Infineon trotzt US-Zöllen und überrascht mit gestärkter Marge
Der Halbleiterkonzern Infineon blickt optimistischer auf das bis Ende September laufende Geschäftsjahr und revidiert seine zuvor gesenkte Margenprognose nach oben. Das Management unter der Leitung von Jochen Hanebeck sieht sich trotz der Herausforderungen durch die US-Zollpolitik besser aufgestellt als befürchtet. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch im Kurs der Infineon-Aktie wider, die um fünf Prozent zulegen konnte.
Die Auswirkungen der US-Zölle auf Infineon erweisen sich bislang als weniger drastisch, als ursprünglich angenommen. Dennoch bleiben Unsicherheiten, insbesondere in der Automobilindustrie, bestehen und beeinflussen das Bestellverhalten der Kunden. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Infineon im dritten Geschäftsquartal stabil und kann sowohl Umsatz als auch Ergebnis im Vergleich zum Vorquartal steigern.
Janardan Menon von Jefferies hebt die unerwartet starke Profitabilität des Unternehmens hervor, wobei die Segmentmarge von 18 Prozent seine Erwartungen deutlich übertrifft. Infineon rechnet besonders in den Industrie-Segmenten PSS und GIP mit einem überdurchschnittlichen Wachstum. Diese Bereiche umfassen unter anderem Lösungen für Energieinfrastruktur und Rechenzentren.
Laut Konzernchef Hanebeck sind die Anzeichen für eine positive Entwicklung in der Branche erkennbar. Die Vorräte der Kunden wurden abgebaut, wenngleich die Nachfrage noch nicht vollständig erholt ist. Besonders die Automobilindustrie zeigt sich zögerlich, ihre Lager wieder aufzufüllen, was auf die derzeitigen geopolitischen Unsicherheiten zurückzuführen ist. Die Nerven auf dem Markt bleiben angespannt, was die Aussagen von Hanebeck bestätigen.
Der Umsatz von Infineon konnte im dritten Quartal um drei Prozent auf 3,7 Milliarden Euro gesteigert werden, wobei der schwache US-Dollar das Wachstum dämpfte. Besonders gut lief das Geschäft mit den Rechenzentren und der KI. Im Automobilsektor konnte der Umsatz hingegen nur leicht steigen. Ein Rückgang der Marge im Automobilbereich wurde zwar verzeichnet, der Gesamterfolg des Unternehmens fiel jedoch besser als erwartet aus.
Zusätzlich profitiert Infineon von einem effektiven Sparprogramm, welches insbesondere den Stellenabbau umfasst. Bis 2027 plant das Unternehmen, einen hohen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen – ein Vorhaben, das schneller voranschreitet als ursprünglich angenommen. Für die kommenden Jahre erwartet Infineon, trotz eines leichten Umsatzrückgangs, eine stabilisierte Profitabilität, während die Belastungen durch unterausgelastete Werke und die US-Zollpolitik in den Planungen berücksichtigt sind.

