Im Sog der Ölreserven: Venezuelas Zwangslage zwischen Wandel und Stillstand
Venezuela, das Land mit den weltweit größten Ölreserven, steht an einem entscheidenden Scheideweg. Die Regierung unter dem amtierenden Präsidenten Maduro, wie auch sein Vorgänger Hugo Chavez, haben das Land durch weitverbreitete Korruption und Vetternwirtschaft in tiefe Armut gestürzt. Die venezolanische Bevölkerung sehnt sich nach einem politischen Wandel, der jedoch nicht nur die Machthaber, sondern auch deren politische Ausrichtung verändern müsste, um das Volk angemessen an den reichen Bodenschätzen zu beteiligen.
Derzeit lenkt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez offiziell die Geschicke des Landes. Sie wird als integraler Bestandteil der bisherigen Machtstrukturen betrachtet und steht in enger Verbindung zum gestürzten politischen Establishment. Ihre Motivation, signifikante politische Reformen einzuleiten, bleibt unter diesen Umständen fraglich. Indessen bliebe einzig ein externer Druck, wie beispielsweise von den USA, als möglicher Katalysator für Veränderung. Dennoch, ob dabei tatsächlich das Wohl der Venezolaner an erster Stelle stehen würde, bleibt höchst fragwürdig. Die Maxime „America first“ lässt wenig Raum für Altruismus.

