Trump in Großbritannien

Im Epstein-Schatten: Donald Trump reist nach Schottland

25. Juli 2025, 02:00 Uhr · Quelle: dpa
Donald Trump reist nach Schottland, begleitet von Enthüllungen über seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein. Während des Besuchs trifft er sich mit Premierminister Starmer, um Handelsfragen zu klären.

London/Washington (dpa) - Ruhe wird Donald Trump auch auf seinen abgeschiedenen Golfplätzen in der rauen schottischen Natur nicht finden. Inmitten immer neuer Enthüllungen über eine mutmaßlich enge Verbindung des US-Präsidenten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein reist Trump heute zu einem fünftägigen Besuch in das Heimatland seiner Mutter. Für die Briten hat der Epstein-Skandal eine besondere Bedeutung - und gegen Trump wird ohnehin gerne protestiert.

Die Reise, die anders geplant war

Gedacht ist die Reise nach Schottland als eine Art Geschäftsurlaub vor dem eigentlichen Staatsbesuch bei König Charles III. im September. Geplant ist ein Handelsgespräch mit Premierminister Keir Starmer, insbesondere aber geht es um die Besuche der Golfresorts in Ayrshire und Aberdeenshire. 

Auf der Anlage nahe der Stadt Aberdeen, in der größere Anti-Trump-Demonstrationen erwartet werden, wird Trump einen neuen Kurs einweihen, der nach seiner Mutter Mary Anne MacLeod benannt ist.

Seine Verbindungen zu Großbritannien (und zum Königshaus) hat der US-Präsident immer wieder betont. Seine Mutter, geboren auf der rauen Hebriden-Insel Lewis, war zu ihrem 18. Geburtstag in die USA ausgewandert. 

Das ändert allerdings kaum etwas daran, dass der Großteil der Schotten nicht viel von dem US-Präsidenten hält. Protestgruppen riefen zu einem «Festival des Widerstands» auf - schon bevor der Druck auf Trump in der Epstein-Affäre immer größer wurde.

Epstein, Trump und der Prinz

Im Kern geht es dabei darum, dass Trump im Wahlkampf angekündigt hatte, jene Akten zu den Epstein-Ermittlungen freizugeben, die seit Jahren zentraler Bestandteil von Verschwörungstheorien sind. Bis heute verweigert die US-Regierung aber die Herausgabe, weshalb Trump auch in den eigenen Reihen - seiner ureigenen Machtbasis - mit Kritik konfrontiert ist. 

Mit Blick auf die Schottlandreise sorgte zudem ein neuerliches Beispiel für ein restriktives Vorgehen gegen unliebsame Medien für Kritik: Das Weiße Haus schloss das «Wall Street Journal» (WSJ) wegen der Berichterstattung zum Fall Epstein von den Medien aus, die Trump auf dem Trip begleiten. Die Zeitung stellte in einem Artikel eine weitere Verbindung zwischen Trump und Epstein her - der US-Präsident sprach von einer «Fake-Geschichte» und reichte Klage ein. 

Epstein hatte über viele Jahre systematisch Minderjährige missbraucht, er pflegte beste Kontakte in die amerikanische High Society, Präsidenten und Milliardäre gingen bei ihm ein und aus. 2019 beging er mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle offiziellen Angaben zufolge Suizid. 

Die Frage, die weit über die USA hinaus die Menschen beschäftigt, ist: wie eng waren Trumps Verbindungen zu Epstein wirklich? Dass sie sich zeitweise gut kannten, ist verbrieft. Nach übereinstimmenden Medienberichten informierte US-Justizministerin Pam Bondi Trump im Frühjahr darüber, dass sein Name in den Epstein-Akten auftaucht. Eine wie auch immer geartete Schuld lässt sich daraus nicht automatisch ableiten. 

In Großbritannien spielt der Epstein-Skandal eine große Rolle, weil einer der Brüder des Königs, Prinz Andrew, oft Gast bei Epstein war. Der Sohn von Königin Elizabeth II. fiel deshalb in Ungnade und wurde von allen royalen Aufgaben entbunden. Trump und Prinz Andrew sind sich in der Vergangenheit bei mehreren Gelegenheiten begegnet - ein Treffen jetzt am Wochenende ist aber höchst unwahrscheinlich. 

Starmer und Trump sollen Handelsvereinbarung «verfeinern»

Der Trump-Besuch hatte in Großbritannien kleinere Zerwürfnisse darüber ausgelöst, wer den US-Präsidenten denn nun begrüßen sollte. Das Nichtzustandekommen eines Treffens mit dem König wird dem Vernehmen nach mit Terminproblemen begründet. Starmer hingegen sieht den Gesprächen sehr positiv entgegen - das Vereinigte Königreich sieht sich als wichtigsten europäischen Partner der USA.

Vorrangiges Thema der beiden Regierungschefs wird die Handelsbeziehung beider Länder sein. Im Mai, inmitten des Zollstreits des US-Präsidenten mit der Welt, hatten beide Nationen eine Handelsvereinbarung auf den Weg gebracht.

Es war Trumps erste Übereinkunft mit einem wichtigen Handelspartner seit seiner weitreichenden Verhängung von Zöllen Anfang April. Einige Details blieben aber offen - Beobachter sprechen eher von einer Rahmenvereinbarung als einem tatsächlichen Handelsabkommen. Ziel des Treffens nun ist, die Vereinbarung zu «verfeinern», wie Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte.

Die USA erheben für die meisten Importe aus Großbritannien Zölle in Höhe von 10 Prozent. Für eine Quote von 100.000 britischen Fahrzeugen pro Jahr hält das Abkommen diesen Zollsatz ebenfalls fest - für alle weiteren Autos sieht es einen Zollsatz von 25 Prozent vor. Als Trump Anfang Juni die Verdopplung der Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium auf 50 Prozent bekannt gab, machte das Weiße Haus auch klar: für Großbritannien gilt das nicht. Für den Handelspartner werde zunächst weiterhin ein Satz von 25 Prozent erhoben. 

Mitte Juni wies Trump seinen Handelsminister dann an, zu einem nicht näher festgelegten Zeitpunkt Zollerleichterungen für Stahl festzulegen. Erst solle Großbritannien allerdings bestimmte Zugeständnisse hinsichtlich der Lieferketten für Stahl- und Aluminiumprodukte erfüllen.

Die USA sind das Land, in das Großbritannien am meisten exportiert. Der Großteil der britischen Exporte in die USA bestand im vergangenen Jahr aus Dienstleistungen (etwa 70 Prozent), die nicht von Zöllen betroffen sind. Waren machten nur etwa 30 Prozent aus - wichtig waren dabei neben Autos auch medizinische und pharmazeutische Produkte.

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25.07.2025 · 02:00 Uhr
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