Hoffnungsträger im Herbstblues: Deutsches Wirtschaftsklima trübt sich ein
Die deutsche Wirtschaft hat den Schwung der Sommermonate scheinbar verloren. Laut aktuellen Ergebnissen des Münchner Ifo-Instituts hat sich das Geschäftsklima im September um 1,2 Punkte auf 87,7 Zähler verschlechtert. Rund 9.000 befragte Unternehmen schätzen sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Lage pessimistischer ein. Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht angesichts der Zahlen die Hoffnungen auf eine rasche Konjunkturerholung vorerst gedämpft.
Experten äußern sich unterschiedlich zu den Ursachen. Ulrich Kater von der DekaBank verweist auf die Belastungen der deutschen Industrie durch Zölle und wachsende Konkurrenz aus China. Jörg Krämer von der Commerzbank sieht einen Mangel an wirtschaftspolitischen Impulsen, während Thomas Gitzel von der VP Bank die schleppende Umsetzung von Infrastrukturprojekten anführt.
Robin Winkler von der Deutschen Bank stellt fest, dass sich die Konjunkturerwartungen des Sommers in Luft aufgelöst haben, obwohl der jüngste Einkaufsmanagerindex leicht positive Signale zeigte. Inzwischen bleibt die Stimmung mit Unsicherheiten behaftet. Die Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung bis Jahresende sind laut Christoph Swonke von der DZ Bank gedämpft, da die großen Themen wie hohe Energiekosten und eine zähe Bürokratie weiter belasten.
Entlastung könnte jedoch die „One in, two out“-Regelung der Regierung bringen, um bürokratische Hürden abzubauen. Doch Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen und Maximilian Wienke von eToro betonen, dass ohne strukturelle Reformen keine nachhaltige Verbesserung in Sicht ist.

