Hochbewertete Tech-Werte unter Druck: Broadcom und Oracle im Mittelpunkt des Anlegerinteresses

Der Handel an den US-Börsen stand am Freitag ganz im Zeichen von Unsicherheiten rund um die hohen Bewertungen im Technologiesektor. Jener Aufschwung, den die US-Notenbank zur Wochenmitte durch eine Leitzinssenkung initiiert hatte, schien rasch zu verpuffen, da neue Berichte die Märkte belasteten.
Die getrübte Anlegerstimmung wurde maßgeblich durch zwei Unternehmensnachrichten beeinflusst: Eine weniger erfreuliche Geschäftsprognose des Chipzulieferers Broadcom, sowie Berichte über potenzielle Bauverzögerungen bei KI-Rechenzentren von Oracle für OpenAI. Besonders Tech-Werte reagierten schnell auf diese Nachrichten, der Nasdaq 100 verlor rund zwei Stunden vor Handelsende 1,3 Prozent und sank auf 23.289,39 Punkte. Im Vergleich dazu konnte sich der S&P 500 mit einem kleineren Verlust von 0,8 Prozent etwas stabiler halten.
Positiv stachen im Dow Jones hingegen Aktien jenseits des Technologie- und KI-Trends hervor. Unternehmen wie Procter & Gamble, Coca-Cola, UnitedHealth, McDonalds und Boeing legten zwischen gut einem und zwei Prozent zu und sorgten für eine Abfederung im Index, der sich zuletzt um 0,3 Prozent auf 48.553,32 Punkte reduzierte. Sie erregten damit das Interesse der Anleger in einem Umfeld, welches von Unsicherheiten in der Tech-Branche geprägt war.
Nvidia, ein führender Anbieter von KI-Chips, verlor hingegen gut zwei Prozent. Oracle erlebte einen weiteren Rücksetzer mit einem Minus von 3,3 Prozent, nachdem der Markt enttäuscht auf zuvor enttäuschende Wachstumszahlen im KI-Segment reagiert hatte. Ein von Bloomberg verbreiteter Bericht über möglicherweise verschobene Bauprojekte von Rechenzentren für OpenAI verstärkte die Unsicherheiten weiter, auch wenn Oracle diesen Bericht umgehend dementierte.
Der Chipzulieferer Broadcom enttäuschte trotz eines besser als erwarteten Quartalsberichtes mit negativen Kommentaren zu seinem Auftragsbestand im KI-Bereich, was die Aktie um gut elf Prozent nach unten schickte. Ihre Höchststände aus der jüngsten Vergangenheit verblassten schnell vor der neuen Skepsis.
Ein Lichtblick kam aus dem Segment der Sportartikel: Der kanadische Hersteller Lululemon konnte die Marktprognosen dank hervorragender Geschäftszahlen aus China übertreffen und hob seine Jahresprognose an. Diese Meldung führte zu einem Kursplus von über zehn Prozent, was die Hoffnung auf eine anhaltende Erholung für das Unternehmen nährt.

