Heftige Kontroversen um Bischofsworte in Jerusalem
Eine Predigt des protestantischen Bischofs von Jerusalem, Ibrahim Azar, hat durch die Verwendung der Vokabel 'Völkermord' im Kontext des Gazastreifens international Kritik hervorgerufen. Bei einem Reformationsgottesdienst in der Erlöserkirche in Jerusalems Altstadt stellte Azar die Frage, wie die Reformation in einer durch Konflikte stark belasteten Region zu deuten sei.
Seine Aussage, die als Vorwurf eines Völkermords gegenüber Israel interpretiert wurde, stieß insbesondere bei einer deutschen Delegation auf Unverständnis. Die Delegation des nordrhein-westfälischen Landtags, die sich im Rahmen eines Israel-Besuches vor Ort befand, äußerte öffentlich ihre Missbilligung.
'Gerade als deutsche Delegation distanzieren wir uns ausdrücklich von der Einseitigkeit der im Gottesdienst geäußerten Worte', hieß es in einer Erklärung des Landtagspräsidenten André Kuper. Dieser hatte die Reise initiiert und betonte, dass eine solche Wortwahl für ihn und seine Mitreisenden untragbar sei.
Der Komplexität des Vorwurfs steht die Definition des Völkermords durch die Vereinten Nationen gegenüber, die diese Form von Verbrechen als absichtliche Vernichtung einer identifizierbaren Gruppe beschreibt. Eine davon unabhängige Völkermord-Klage, initiiert von Südafrika, ist aktuell vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag anhängig.
Israel weist die Anschuldigungen zurück und erhält dabei Unterstützung durch die Bundesregierung. Im Gazastreifen sind die Folgen des Konflikts für die Zivilbevölkerung laut Berichten verheerend.
Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde berichtet von erheblichen Verlusten in der Zivilbevölkerung. Diese Vorgänge stehen im Zusammenhang mit dem brutalen Angriff von Extremisten auf israelischem Boden, der von Augenzeugen als das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels bezeichnet wird.

