Havarierter Öltanker "Eventin" unter deutscher Prüfung – Auslaufverbot vor Rügen
Die deutsche Küstenwache hat dem havarierten Öltanker "Eventin" vorerst das Auslaufen untersagt. Das Schiff, das letzte Woche bei der Insel Rügen liegenblieb, wartet trotz wiederhergestellter Hauptmaschine auf die Erlaubnis, seinen Kurs fortzusetzen. Derzeit werden technische und zollamtliche Untersuchungen vorgenommen. Diese Maßnahmen erfolgen auf Anweisung der Generalzolldirektion Hamburg und des Bundesverkehrsministeriums.
Im Fokus der Zollbehörden steht die Frage, ob die rund 100.000 Tonnen Öl an Bord russischer Herkunft sind, was gegen das bestehende EU-Öl-Embargo verstoßen könnte. Parallel untersuchen Experten die Seetüchtigkeit des fast zwei Jahrzehnte alten Tankers. Technische Schwierigkeiten hatten zuvor dazu geführt, dass das Schiff führerlos in der Ostsee trieb, bevor es von deutschen Kräfte gesichert und nach Sassnitz geschleppt wurde.
Die Klassifikationsgesellschaft Det Norske Veritas (DNV) überprüft derzeit die "Eventin", um ihre Verkehrstüchtigkeit sicherzustellen. Deutsche Behörden wollen den Bericht der DNV einsehen, bevor sie dem Tanker die Weiterfahrt gestatten. Bis dahin besteht ein vorläufiges Auslaufverbot, wie es das Bundesverkehrsministerium verkündete.
Bereits am Dienstag waren Zollbeamte vor Ort, um die Ladung und die Begleitdokumente zu prüfen. Das Ergebnis steht noch aus und bestimmt, wann die "Eventin" ihre Reise fortsetzen darf. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wird im Falle eines Verstoßes gegen das Embargo über weitere Maßnahmen entscheiden.

