Hamborner Reit: Rekordtief bei Aktie trotz solider Jahresziele
Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Hamborner Reit erlebt weiterhin rückläufige Gewinne. Steigende Kosten und gesunkene Mieteinnahmen belasten den Ertrag nach den ersten neun Monaten des Jahres. In einer Mitteilung wurde ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld angesprochen, in dem sich das operative Geschäft im dritten Quartal planmäßig entwickelte. Die gesteckten Ziele für 2025 blieben unverändert, und das Unternehmen bleibt für den Jahresverlauf grundsätzlich optimistisch.
Die Börse reagierte jedoch nicht positiv auf die bestätigte Prognose und die aktuellen Zahlen, was zu einem Allzeit-Tief bei der Aktie führte. Die Aktie erreichte einen Tiefpunkt bei 4,84 Euro und notierte am späten Vormittag mit einem Abschlag von rund fünf Prozent als Schlusslicht im SDax, dem Index der kleineren Unternehmenswerte. Diese Verluste fügen sich in den anhaltenden Abwärtstrend seit Ende Juni ein.
Marktanalysten sprechen von einer Abwärtsspirale, die durch technische Handelssysteme sowie Befürchtungen von sinkenden Dividenden befeuert wird. Trotz der negativen Reaktion auf die Veröffentlichung bescheinigt Baader-Analyst Gerhard Schwarz Hamborner Reit ein 'attraktives Chance-Risiko-Profil in einem schwierigen Marktumfeld'. Er sieht den Bericht zum dritten Quartal positiv und hebt hervor, dass die Ergebnisse um bis zu fünf Prozent über seinen Erwartungen lagen.
Das Unternehmen wies für die ersten neun Monate Miet- und Pachteinnahmen in Höhe von 67,9 Millionen Euro aus, knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang wird vor allem mit dem Verkauf von Objekten erklärt. Ohne diese Verkäufe seien die Erlöse stabil geblieben. Im Frühjahr hatte der Konzern Einzelhandelsimmobilien in Lübeck und eine Büroimmobilie in Osnabrück veräußert. Im dritten Quartal blieb das Portfolio unverändert, zum Ende September zählten 38 Einzelhandels- sowie 26 Büroimmobilien zum Bestand.
Die operative Kennzahl Funds from Operations (FFO) sank stärker als der Umsatz und fiel in den ersten drei Quartalen um über zwölf Prozent auf 36,7 Millionen Euro. Höhere Ausgaben für Instandhaltung, Verwaltung und Personal wirkten sich negativ aus. Insgesamt schrumpfte der Gewinn um 20 Prozent auf 9,2 Millionen Euro.
Hamborner Reit geht für das Gesamtjahr weiterhin von einem Rückgang des operativen Ergebnisses auf 44 bis 46 Millionen Euro aus, nach einem Vorjahreswert von 51,6 Millionen. Die Erlöse aus Mieten und Pachten werden auf 89,5 bis 90,5 Millionen Euro geschätzt, was ebenfalls unter dem Vorjahresniveau von knapp 93 Millionen liegt.

