Grünes Licht für umstrittene Atommülltransporte nach Ahaus
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat den Weg für die umstrittenen Atommülltransporte vom rheinischen Jülich ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland freigemacht. Rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus einem früheren Versuchsreaktor sollen in 152 Castor-Behältern über eine Strecke von gut 170 Kilometern transportiert werden. Die Durchführung der Schwertransporte erfolgt über die Straße. Vier geeignete Fahrzeuge stehen bereit, um je einen Behälter sicher ans Ziel zu bringen. Auch wenn 152 Einzeltransporte genehmigt sind, könnten diese effizienter zusammengelegt werden. Doch ein Startdatum für die Transporte liegt noch nicht vor.
Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) prüft derzeit die Auflagen der Genehmigung und steht in enger Abstimmung mit der Atomaufsicht und den Polizeibehörden Nordrhein-Westfalens. BASE hatte bereits vor einigen Wochen signalisiert, dass der Transport ab dem vierten Quartal 2025 möglich wäre, sofern alle erforderlichen Genehmigungen erteilt sind. Eine Endlagerlösung existiert in Deutschland bislang nicht, was zu einer starken Belastung der 16 Zwischenlager führt, darunter das in Ahaus.
Der Streit um den Jülicher Atommüll schwelt bereits seit Jahren. Die letzte Betriebsgenehmigung des Lagers Jülich lief 2013 aus, und 2014 forderte das NRW-Wirtschaftsministerium dessen Räumung aufgrund fehlender Erdbebensicherheitsnachweise. Seither wurden mehrere Alternativen in Betracht gezogen, darunter der Transport nach Ahaus oder in die USA, sowie der Neubau eines Zwischenlagers in Jülich. Die geplanten Transporte durch das bevölkerungsreiche Nordrhein-Westfalen haben bereits in der Vergangenheit heftige Proteste von Anwohnern und Aktivisten hervorgerufen, die auch künftig nicht abreißen dürften.

