Großer Deal im Pharmasektor: Kimberly-Clark übernimmt Kenvue
Im Zentrum der aktuellen Debatte steht das Schmerzmittel Tylenol und sein potenzieller Zusammenhang mit Autismus. Der Konsumgüterkonzern Kimberly-Clark übernimmt nun Kenvue, den Produzenten des Medikaments Tylenol, für stolze 48,7 Milliarden Dollar – das entspricht rund 42,3 Milliarden Euro. Teilweise erfolgt die Zahlung in Kimberly-Clark-Aktien, was den finalen Kaufpreis noch variieren könnte.
Der amerikanische Präsident Donald Trump warnte im September vor dem Gebrauch des Medikaments durch Schwangere und verwies auf ein potenzielles Risiko für Autismus. Kenvue und zahlreiche Experten entkräften jedoch diese Behauptung und finden keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhang. Zuvor ist der Bundesstaat Texas gegen Kenvue vor Gericht gezogen, mit dem Vorwurf, ein Risiko in Verbindung mit Autismus verschleiert zu haben.
Kenvue, bekannt für Marken wie Neutrogena, Listerine und Aveeno, wurde erst 2023 von Johnson & Johnson abgespalten. Kimberly-Clark wiederum sieht in der Übernahme großes Einsparpotenzial. Der Konzern plant, durch die Synergien jährlich mehr als zwei Milliarden Dollar zu sparen, trotz anfänglicher Umbaukosten von 2,5 Milliarden Dollar innerhalb der ersten zwei Jahre. Nach der Fusion sollen Aktionäre von Kimberly-Clark die Mehrheit der Anteile halten.
Die Börsen reagierten gemischt: Während die Papiere von Kenvue im vorbörslichen Handel um rund 20 Prozent zulegten, verzeichnete Kimberly-Clark einen Kurseinbruch von etwa 14 Prozent.

