Großbritannien kehrt zurück ins Erasmus-Programm: Ein Hoffnungsschimmer für Studierende und die Wirtschaft

Die deutsch-britische Wirtschaft zeigt sich erfreut über die Rückkehr Großbritanniens zum Erasmus-Programm ab 2027 und sieht darin eine Chance zur Erleichterung der restriktiven Visa-Bestimmungen. Nachdem Großbritannien unweit in einer Übereinkunft mit der EU den Wiedereintritt in das renommierte Austauschprogramm erklärt hat, eröffnen sich neue akademische und berufliche Perspektiven für Studierende auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Ulrich Hoppe, Chef der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London, bezeichnet diesen Schritt als bedeutsam für den Austausch wertvoller Erfahrungen.
In das erste akademische Jahr ihres erneuten Beitritts wird die britische Regierung etwa 570 Millionen Pfund investieren, was mehr als 648 Millionen Euro entspricht. Die Hoffnung der Wirtschaft besteht darin, dass dies auch in anderen Bereichen eine tiefere Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU fördern kann.
Mit dem Brexit im Januar 2020 war das Vereinigte Königreich aus dem Erasmus-Programm ausgeschieden, was den Austausch tausender junger Menschen unterbrochen hatte. York-Alexander von Massenbach von der Britischen Handelskammer in Deutschland hebt hervor, dass durch diese Annäherung der Bildungs- und Wirtschaftsstandort Großbritannien für junge Menschen wieder an Attraktivität gewinnt.
Eine Vereinfachung der britischen Einreise- und Arbeitsbestimmungen wird von vielen erhofft, da die bisherige Antragstellung oft mit hohen Kosten und bürokratischem Aufwand verbunden ist. Eine solche Lockerung könnte nicht nur für die beteiligten Studierenden von Vorteil sein, sondern auch den Beziehungen zur EU neue Impulse verleihen, betont von Massenbach.
Seit seiner Einführung 1987 hat das Erasmus-Programm über 18 Millionen Teilnehmern dabei geholfen, zu günstigen Bedingungen internationale Erfahrungen zu sammeln, und fördert zudem betriebliche Praktika weltweit.

