Golddynamik im Kontext transatlantischer Handelsverwirrungen
Der Goldpreis zeigt zum Wochenschluss eine leichte Erholung. Am Morgen stieg der Preis für eine Feinunze auf 3.343 US-Dollar und eroberte damit ein kleines Plus von 20 Dollar gegenüber dem Vortag. Doch selbst jüngste handelsbezogene Turbulenzen vermochten es nicht, dem Edelmetall eine klare Richtung zu geben.
Im Frühjahr dieses Jahres hatte Gold mit 3.500 Dollar pro Feinunze einen Rekordwert notiert. Seither bewegt sich der Preis in einer recht stabilen und vergleichsweise engen Spanne. Die einst das Marktgeschehen dominierende, unvorhersehbare Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verlor zunehmend ihren Einfluss als treibender Faktor. Selbst neue Zollankündigungen, wie etwa jener gegen Brasilien, blieben wirkungslos und brachten keinen neuen Schwung.
Barbara Lambrecht von der Commerzbank prognostiziert ein Verharren des Goldpreises zwischen 3.200 und 3.400 Dollar, da die jüngsten Zollnachrichten kaum Reaktionen im Markt hervorriefen und zukünftige Ankündigungen voraussichtlich ebenso wenig bewegen werden. Auch die Zinspolitik der US-Notenbank wird sich nach Lambrechts Meinung nicht grundlegend ändern, solange höhere Zölle lediglich minimale Auswirkungen zeigen.
Mit Spannung erwartet der Markt die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise am kommenden Dienstag. Während Leitzinssenkungen in der Regel das Potenzial haben, den Goldpreis zu stützen, steht zumindest eine deutliche Lockerung der Geldpolitik in Frage, da zuletzt robuste Arbeitsmarktdaten ein gegenteiliges Szenario stützen. Parallel dazu bleibt Trump mit Forderungen nach Zinssenkungen und dem Rücktritt von Notenbankchef Jerome Powell ein hartnäckiger Kritiker der US-Notenbank Fed.

