Gold und Silber im Höhenflug - Edelmetalle profitieren von Dollar-Schwäche
Die aktuelle Goldrally setzt sich mit bemerkenswertem Elan fort. Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Rückgang des Dollar-Kurses haben den Goldpreis in der Nacht zum Mittwoch auf ein weiteres Rekordhoch getrieben. Im frühen Handel stieg der Wert für eine Feinunze Gold um bis zu 1,6 Prozent auf sagenhafte 5.265 US-Dollar. Damit befindet sich das Edelmetall auf einem beachtlichen Kurs, zum achten Mal in Folge Gewinne zu verbuchen. In den vergangenen eineinhalb Wochen legte der Goldpreis um fast 700 Dollar oder nahezu 15 Prozent zu. Rückblickend betrachtet, hat sich der Preis seit Ende 2025 um rund 22 Prozent erhöht, nachdem er im Jahr zuvor um beeindruckende 65 Prozent gestiegen war. Das Edelmetall bleibt damit eine begehrte Anlageform und erfreut sich unveränderter Beliebtheit unter Investoren.
Trumps jüngste Bemerkungen, wonach der fortdauernde Dollar-Rückgang für ihn keine Besorgnis darstellt, führten zu einer markanten Abwertung der US-Währung. Da Gold primär in US-Dollar gehandelt wird, profitieren die Goldpreise in der Regel von einem fallenden Dollar, indem das Edelmetall für Anleger aus anderen Währungsräumen attraktiver wird.
Auch der Silberpreis profitierte von der aktuellen Nachrichtenlage. Am Mittwochmorgen verzeichnete Silber einen Preisanstieg von drei Prozent auf 115,50 Dollar, wobei allerdings das Rekordhoch am Montag mit einem Preis von 117,71 Dollar unerreicht blieb. Silber hat sich in den letzten Wochen als noch gefragter erwiesen als Gold, was sich in einem fast 60-prozentigen Preisanstieg in diesem Jahr zeigt. 2025 konnte Silber sogar eine Preissteigerung von knapp 150 Prozent verbuchen. Der Anstieg der Edelmetallpreise im vergangenen Jahr lässt sich auf globale Konflikte und politische Spannungen zurückführen, die auch 2026 für eine erhöhte Nachfrage sorgten. Experten begründen die jüngsten Gewinne unter anderem mit den Entwicklungen im Iran sowie Trumps temporären Zolldrohungen gegen europäische Staaten im Kontext der Grönland-Diskussion. Stephen Innes von SPI Asset Management erklärt, dass viele Zentralbanken, darunter die chinesische und indische, als Reaktion auf strukturelle Risiken und politische Unwägbarkeiten verstärkt Gold ankaufen. Zunehmende Befürchtungen bezüglich ausufernder Staatsverschuldungen verstärken diesen Trend zusätzlich. Edelmetalle, insbesondere Gold, gelten unter Investoren als stabiler Rückhalt in unsicheren Zeiten. Silber ist darüber hinaus als essentielles Industriemetall für Anwendungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik und Energie unersetzlich.

