Globale Turbulenzen: Sanktionen lassen russischen Rohölexport einbrechen
Der Seetransport russischen Rohöls hat zuletzt einen dramatischen Rückgang erlebt. Im Zuge neuer Sanktionen der scheidenden US-Regierung, geführt von Präsident Joe Biden, sind die Exporte auf die niedrigsten Werte seit November gesunken. Erste Daten zeigen, dass diese Maßnahmen nicht nur den Handel nachhaltig beeinflussen, sondern auch Handelswege neu gestalten.
Die Stabilität russischer Rohölexporte ist weiterhin erschüttert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt der Rohölausfuhr blieb unter drei Millionen Barrel pro Tag und hält damit an einem 16-Monats-Tiefpunkt fest. Die Sanktionen führen dazu, dass zahlreiche Tanker von ihrem Kurs abweichen, Käufer alternative Quellen suchen und in wichtigen osteuropäischen Häfen Engpässe entstehen.
Besonders betroffen sind die pazifischen Ölströme Russlands. Der Großteil der Schiffsladungen aus dem ESPO-Ölfeld war auf jetzt sanktionierten Tankern unterwegs. Der gesamte Tanker-Fuhrpark der Sakhalin-1 und Sakhalin-2-Projekte wurde auf die Schwarze Liste gesetzt.
Wie stark diese Maßnahmen die tatsächlichen Volumina beeinträchtigen, hängt wesentlich von der Durchsetzung der Sanktionen durch die neue US-Regierung ab. Indien erlaubt unterdessen sanktionierten Tankern, die vor dem 10. Januar gebucht wurden, Anlandung bis zum 12. März. Die staatlichen indischen Raffinerien sehen die Auswirkungen aber nur als vorübergehend an, da Moskau bereits Lösungen sucht.
Währenddessen hat das erste sanktionierte Schiff seine Fracht in China entladen. Der Tanker Zaliv Baikal lieferte rund 700.000 Barrel Sakhalin-Blends an das Terminal Xinhaiwan in Lianyungang.

