Ghostwriting wird beliebter: 7 Gründe für den Trend

Eine Seminar- oder Abschlussarbeit von jemandem schreiben lassen, der mehr Zeit oder Ahnung hat. Das ist an vielen Universitäten weit verbreitet. Manche Menschen prahlen regelrecht damit, dass sie gute Noten für fremde Texte bekommen haben. Die meisten bleiben jedoch still, denn sie haben eine Ghostwriting-Agentur nicht grundlos in Anspruch genommen.

Umfragen ergeben unterschiedlichste Zahlen zur tatsächlichen Nutzung. Bei einer Befragung durch die Universität Wien sagten 2018 fünfzehn Prozent der österreichischen Studierenden, sie hätten Erfahrung mit Ghostwriting oder hätten darüber nachgedacht. Andere Umfragen ergeben schon mal über dreißig Prozent. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand so genau. Doch wenn das Ghostwriting so beliebt ist, wo liegen dann die Ursachen dafür?

Ghostwriting-Agenturen bieten Top-Leistungen

Aus ethischer und rechtlicher Sicht ist Ghostwriting umstritten. Wenn es allerdings um das Endprodukt geht, gibt es auch weniger zu diskutieren. Denn es gibt nicht nur viele Ghostwriting-Agenturen für akademische Arbeiten, es gibt auch ausgezeichnet gute Agenturen. Und das spielt natürlich bei der Beliebtheit eine Rolle.

Wären die gekauften Seminararbeiten zu schlecht für eine gute Note, wäre das Ghostwriting wohl nie aus seinen Kinderschuhen entwachsen. Eine Seminararbeit schreiben lassen, garantiert fast immer eine gute Note. Das gilt immerhin für die besten Agenturen im deutschsprachigen Raum. Solange Ghostwriter gute Arbeit abliefern, werden sich auch Studierende finden lassen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen.

Die Rechtslage ist schwierig und uneindeutig

Menschen reagieren auf Regeln sehr unterschiedlich. Das gilt besonders, wenn diese nicht klar formuliert sind beziehungsweise die Missachtung unklare Folgen hat. An den meisten Universitäten gibt es Regeln, die Ghostwriting verbieten sollen. Das Problem dabei: Ghostwriting ist schwer nachzuweisen und immer wieder gibt es Klagen gegen Bestrafungen. Viele Universitäten formulieren außerdem beliebige Richtlinien, die nicht mit der Gesetzeslage vereinbar sind.

Und während manche Menschen bei unklaren Regeln lieber Vorsicht walten lassen, sehen andere darin Spielraum und eine Chance. Dass es immer wieder unterschiedliche Urteile zum Ghostwriting von verschiedenen Gerichten gibt, spielt in die Schwammigkeit hinein. Ist Ghostwriting deshalb erlaubt? Eher nicht. Gibt es deutschlandweit einheitliche Regeln und vernünftige Rechtssicherheit? Nein. Daraus ergibt sich einfach, dass viele Menschen kein klares Verbot sehen.

Stress und Druck werden unerträglich

Hohe Qualität in den Arbeiten und geringe Chancen darauf, erwischt zu werden – das ist schon mal eine typische Grundlage für die Entscheidung, Ghostwriting zu nutzen. Aber es ist eben auch nicht die ganze Geschichte. Neben denen, die es sich einfacher machen wollen, gibt es auch viele Studierende, die keine andere Möglichkeit sehen.

Im Studium kann sich ein unglaublicher Stress entwickeln. Wer Pech hat, muss in einer Woche drei Prüfungen schreiben und zwei Seminararbeiten abliefern – das ist kaum allein zu stemmen. Hinzu kommt, dass Probleme in der Beziehung, in der Familie oder im Nebenjob Teil des Alltags vieler Menschen sind. Das Leben ist nun mal nicht immer planbar und manchmal sehen Studierende keine andere Möglichkeit, als einen Ghostwriting-Service anzunehmen. Ganz besonders dann, wenn ihre gesamte akademische Laufbahn auf dem Spiel steht.

Wettbewerbsvorteile haben viele Gesichter

Ein beliebtes Argument gegen Ghostwriting ist, dass man sich einen unfairen Vorteil verschaffen würde. Das Problem dabei ist, dass Vorteile in vielen Formen daherkommen. So können Studierende auch in einer komfortableren Situation sein, weil sie noch bei den Eltern wohnen. So müssen sie keinen Nebenjob annehmen.

Ohnehin können Familien eine große Rolle an Universitäten spielen. Kinder aus Akademikerfamilien starten meist mit allen möglichen Voraussetzungen, die Kindern aus Arbeiterfamilien fehlen. Sie haben früher wissenschaftlich gearbeitet, haben ein natürliches Selbstverständnis oder sogar bereits Verbindungen an der Universität.

Je länger man eine verbesserte Startsituation anderer beobachtet, umso weniger problematisch erscheint das Annehmen von Hilfe. Wie eingangs erwähnt wurde, ist Ghostwriting außerdem keine Seltenheit mehr. Steht man vor einem Berg an Arbeit und ist überfordert, dann wirkt Gostwriting plötzlich sehr verlockend – gerade dann, wenn man bereits von anderen gehört hat, wie gut es funktioniert.

Anforderung und Überforderung liegen nah beieinander

Es gibt viele Tipps für eine bessere Seminararbeit. Gut vorbereiten, Quellen korrekt zitieren, Zeit nehmen und die Korrektur nicht vergessen. Am besten ein wenig meditieren und viel schlafen. Das klingt absurd für die Studierenden, denen das Wasser schon bis zum Hals steht. Bei manchen ist dies selbstverschuldet – wer zu spät anfängt oder das Studium nicht ernst genug nimmt, wird Probleme bekommen.

Aber es gibt auch Umstände, die schlechter zu beeinflussen sind. So leiden einige Studierende unter ADHS oder unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. Beides kann dazu führen, dass das Arbeiten schwieriger und kraftraubender wird. Selbst die Seminararbeiten, die andere als kinderleicht beschreiben würden, werden so zu einer echten Herausforderung.

Hinterhältige Professoren sind keine Seltenheit

Widrige persönliche Umstände sind eine Sache, erschwerende äußere Umstände eine andere. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Professoren mit ihren Studierenden Machtspielchen ausleben. Horrorgeschichten von Dozierenden, die mit einer hohen Durchfallquote angeben, gibt es an jeder Universität. Hier tun sich Studierende meist zusammen und leiden gemeinsam.

Es ist aber auch möglich, dass einzelne Studierende das Opfer von unethischen Professoren werden. Dagegen vorzugehen, ist sehr schwer. Da bietet es sich für viele an, lieber eine einwandfreie Seminararbeit schreiben zu lassen, als sich auf Spielchen einzulassen. Als Ursache für die unfaire Behandlung können beispielsweise Sexismus oder Rassismus gelten. Manchmal ist es aber auch einfach ein persönlicher Zwiespalt – auf keinen Fall sollte so etwas eine akademische Laufbahn beenden.

Leistungen im Studium können den gesamten Lebensweg ebnen

Ein Studium wird aus ganz unterschiedlichen Gründen begonnen. Einigen geht es vor allem um das Leben am Campus, das Feiern und die Freundschaften. Seminare und Vorlesungen sind eher Nebensache. Das ist auch in Ordnung. Doch für viele andere ist ein Studium der Startpunkt in die berufliche Zukunft. Somit können Noten und Abschlüsse das Fundament für die gesamte weitere Laufbahn in der freien Wirtschaft oder in der Wissenschaft sein.

Wer sein Studium so sieht, der will nichts dem Zufall überlassen. Somit ist es nur verständlich, dass bei Problemen auch alle möglichen Lösungen durchdacht und gegebenenfalls in Anspruch genommen werden. Stress, Krankheiten, unfaire Bedingungen – wer sein ganzes Leben vor sich sieht, will sich auf keinen Fall ausbremsen lassen. Dafür die Hilfe eines Ghostwriters in Anspruch zu nehmen, scheint dann ein vermeintlich kleiner Kompromiss zu sein. Steht man später mit einem guten Abschluss voll im (Arbeits-)Leben, wird es sich meist gelohnt haben, die Ressource Ghostwriting genutzt zu haben.

Ghostwriting
28.04.2023 · 09:04 Uhr
[1 Kommentar]
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