Gewerkschaft der Lokomotivführer droht mit Abbruch der Tarifverhandlungen

Der Präsident der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Mario Reiß, zeigt sich empört über den schleppenden Tarifverhandlungsprozess mit der Deutschen Bahn. Er schließt den Abbruch der Verhandlungen nicht mehr aus, da er der Bahn vorwirft, die Gespräche bewusst zu verzögern, um die Gewerkschaft unter Druck zu setzen und dadurch in Verlegenheit zu bringen. Diese Situation könnte dazu führen, dass die GDL die Gespräche verlässt.
Reiß drängt darauf, dass noch in dieser Woche eine Einigung erzielt wird, andernfalls sei die nächste Verhandlungsrunde überflüssig. Für die Belegschaft und die Fahrgäste könnte dies baldige Warnstreiks bedeuten. Zwar herrscht noch bis Ende Februar Friedenspflicht, die solche Maßnahmen verbietet, doch ab März wären Streiks erneut möglich. Die Entschlossenheit unter den Mitarbeitern ist spürbar, die sich bereits auf den Beginn eines Ausstands vorbereiten. Eine Schlichtung lehnt Reiß derzeit kategorisch ab.
In den aktuellen Verhandlungen wollte die Bahn mit einer längeren Gesprächsdauer alternative Lösungsmöglichkeiten erkunden, doch trotz sieben Verhandlungstagen sei man nicht so weit gekommen wie mit anderen Wettbewerbern nach lediglich zwei Tagen. Die bereits vierte Verhandlungsrunde seit Anfang der Woche in Berlin ermöglichte es der Bahn, ein erstes Angebot zu unterbreiten. Dies umfasst eine Entgelterhöhung von insgesamt 6 Prozent über 30 Monate durch mehrere Schritte.
Mario Reiß hat allerdings das Angebot mit deutlichen Worten als unzureichend zurückgewiesen, da es für dieses Jahr lediglich eine geringe Steigerung von 0,4 Prozent beinhalte. Die Gewerkschaft habe anspruchsvollere Vorstellungen, die mit dem vorliegenden Angebot bisher nicht gedeckt werden.

