Geldwäsche-Ermittlungen überschatten Deutsche Bank
Die Deutsche Bank ist erneut ins Visier der Justiz geraten. Ermittler durchsuchten sowohl die Zentrale in Frankfurt als auch eine Niederlassung in Berlin aufgrund des Verdachts auf Geldwäsche. Diese Ermittlungen fallen ausgerechnet auf den Tag vor der Präsentation der Jahresbilanz des DAX-notierten Unternehmens für 2025. Unklar bleibt, wer genau ins Visier der Ermittler geraten ist, denn laut Staatsanwaltschaft Frankfurt betrifft der Verdacht bislang unbekannte Verantwortliche und Angestellte. Die Nachricht führte dazu, dass der Aktienkurs vorübergehend um etwa drei Prozent sank.
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt kooperiert dabei eng mit dem Bundeskriminalamt. Die Ermittlungen zielen auf frühere Geschäftsbeziehungen der Bank mit einigen ausländischen Unternehmen, die im Verdacht stehen, in Geldwäsche-Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Rund 30 Ermittler, alle in ziviler Kleidung, betraten laut Spiegel-Bericht den Frankfurter Hauptsitz, um Beweise zu sichern.
Vorstandschef Christian Sewing könnte sich am Bilanz-Vorlagetag kritischen Fragen zur Razzia stellen müssen, obwohl Analysten für 2025 einen beachtlichen Gewinn von fast 6 Milliarden Euro erwarten. Die Bank selbst bestätigte die Durchführung der Durchsuchungen und zeigte sich kooperativ, ohne jedoch weitere Details preiszugeben.
Die Deutsche Bank war in der Vergangenheit schon häufiger wegen Geldwäsche-Vorwürfen in den Schlagzeilen. Ziel solcher Verdachtsanzeigen sind oft der Korrespondenzbankbereich, wo sie aufgrund ihrer globalen Vernetzung anderen Banken hilft, den internationalen Zahlungsverkehr abzuwickeln. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hatte zwischenzeitlich einen Sonderbeauftragten ernannt, der die Bank bei der Umsetzung von Maßnahmen gegen Geldwäsche überwachen sollte, bevor er Ende 2024 abgezogen wurde.

