Gefährliche Schulden: Die USA auf einem riskanten Pfad?
Die KfW warnt eindringlich, dass die bereits hohe Staatsverschuldung der USA alarmierend zunehmen könnte. Mit Blick auf die Steuerpläne des ehemaligen Präsidenten Donald Trump prognostiziert die staatliche Förderbank, dass die Schuldenquote der Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten zehn Jahre von etwa 120 Prozent auf über 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ansteigen könnte. Ein solcher Anstieg könnte den Markt in Unruhe versetzen und das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität der USA gefährden.
Die KfW-Studie verdeutlicht, dass ohne fiskalische Gegenmaßnahmen – wie etwa Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen – die USA in eine schädliche Schuldenspirale geraten könnten. Insbesondere die Pläne im Rahmen von Trumps „Big Beautiful Bill Act“, der auf dauerhafte Steuersenkungen abzielt, könnten das strukturelle Defizit weiter vergrößern. Solche Maßnahmen mögen kurzfristig wirtschaftliche Wachstumsimpulse setzen, bergen jedoch langfristig die Gefahr einer Überschuldung.
Ein wachsendes US-Defizit, gekoppelt mit steigenden Zinsausgaben, könnte laut Chefvolkswirt Dirk Schumacher zu einem gefährlichen Kreislauf führen. In Konsequenz drohen Kapitalabflüsse und höhere Risikoprämien. Schon jetzt hat der Dollar erheblich an Wert verloren, während der Euro auf einem über zwei Jahre nicht gesehenen Höchststand steht. Ein weiteres beunruhigendes Zeichen ist die Unsicherheit über den Status des Dollars als Weltleitwährung sowie über die Geldpolitik der US-Notenbank, unter der Leitung von Jerome Powell.
Die im Bericht angeführte Simulation der KfW sieht ein jährliches Defizitwachstum von zehn Prozent und einen Zinsanstieg von 0,1 Prozentpunkten vor. Ein solches Szenario könnte die Schuldenquote auf über 150 Prozent treiben. Der Bericht weist darauf hin, dass die steigenden Zinsverpflichtungen den haushaltspolitischen Spielraum der USA massiv einschränken und die zahlungstechnische Dynamik weiter verschärfen könnten. Bereits existierende Belastungen der Haushaltslage und des Sozialversicherungssystems drohen sich damit zu verstärken.

