Geopolitische Spannungen

G20-Außenminister beraten über Konflikte - ohne Rubio

20. Februar 2025, 16:05 Uhr · Quelle: dpa
Das erste G20-Ministertreffen unter Südafrikas Vorsitz findet ohne den Außenminister der USA statt. Präsident Ramaphosa beklagt einen Mangel an Konsens unter den Mitgliedern.

Johannesburg (dpa) -    In Abwesenheit von US-Außenminister Marco Rubio treffen sich ab heute seine Kollegen der Gruppe bedeutender Wirtschaftsnationen (G20) im südafrikanischen Johannesburg. Südafrikas Präsident beklagte in Zeiten geopolitischer Spannungen, Konflikte und Kriege einen Mangel an Konsens unter den führenden Wirtschaftsmächten. Es gäbe innerhalb der G20 keine Einigkeit darüber, wie auf global wichtige Themen zu reagieren sei, sagte Cyril Ramaphosa in seiner Eröffnungsrede. Zunehmende Intoleranz bedrohe «das ohnehin schon fragile globale Zusammenleben», so Ramaphosa.

Neben Nahost-Konflikt und Ukraine-Krieg soll bei dem zweitägigen Treffen über Themen wie den Umbau globaler Institutionen und die Anpassung an den Klimawandel gesprochen werden. Rubio hatte seine Teilnahme unter anderem abgesagt, weil er Südafrikas Haltung zu Verbündeten wie Israel kritisch sieht. 

Sein Fernbleiben hinterlässt ein strategisches Vakuum, das vorwiegend Russland und China nutzen dürfte. Aus Russland war Außenminister Sergej Lawrow angereist, während aus China Außenminister Wang Yi teilnimmt. Außenministerin Annalena Baerbock lässt sich wenige Tage vor der Bundestagswahl von Katja Keul, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, vertreten. Auch Keul plädierte für verstärkten internationalen Dialog: «In dieser extrem angespannten internationalen Lage müssen wir weiter gemeinsam versuchen, mit Partnern um Lösungen zu ringen».

Der G20 gehören unter anderem auch Frankreich, Großbritannien, Saudi-Arabien, Brasilien und Indien an. Zudem sind die Europäische Union und seit 2023 auch die Afrikanische Union Mitglieder. Die Gruppe steht damit mittlerweile für etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft.

Rubio sieht in G20 einen Hort des Anti-Amerikanismus

Zuletzt bestimmten die großen internationalen Konflikte wie der Ukraine-Krieg und der Gaza-Konflikt die Agenda der G20-Treffen. Nach Russlands Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 boten sie eines der letzten Foren, in denen sich ranghohe Vertreter der USA und Russland direkt begegneten. In Johannesburg nimmt nun lediglich die amtierende US-Botschafterin zu Südafrika teil. 

Rubio hatte die Reise unter anderem abgesagt, weil er mit Südafrikas Landreformpolitik sowie dessen Haltung gegenüber US-Verbündeten wie Israel nicht einverstanden ist. Er warf dem G20-Format vor, zu einem Hort des Anti-Amerikanismus verkommen zu sein. Vor wenigen Tagen hatte Rubio in Saudi-Arabien Lawrow zu bilateralen Gesprächen getroffen, in deren Fokus ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stand. 

Schwellenländer für gerechtere Finanzstrukturen

In Johannesburg steht die geopolitische Lage damit auch weit oben auf der Agenda. Viele Mitgliedsländer außerhalb des Westens hatten aber in der Vergangenheit klargemacht, dass sie andere Themen für vorrangig halten. So soll auch über eine Reform der internationalen Finanzarchitektur gesprochen werden. Entwicklungs- und Schwellenländer fordern eine gerechtere Gestaltung globaler Finanzstrukturen, insbesondere mit Blick auf Kredite, Schulden und den Zugang zu Investitionskapital.

Zudem will Südafrika eine stärkere internationale Zusammenarbeit im Bergbau anstoßen, vor allem mit Fokus auf kritische Rohstoffe, die für die Energiewende essenziell sind. Auch eine gerechtere weltweite Besteuerung und der Umgang mit dem Klimawandel sind wiederkehrende Themen.

Die G20 wurde mit dem Ziel gegründet, die wirtschaftspolitische Abstimmung der Wirtschaftsmächte zu verbessern. Diese Rolle geriet in den vergangenen Jahren durch geopolitische Konflikte und Blockaden in den Hintergrund. Doch Südafrika will seine G20-Präsidentschaft dazu nutzen, wirtschaftliche und strukturelle Fragen wieder in den Vordergrund zu rücken.

USA abwesend: Mehr Einfluss für Moskau und Peking

Russland und China bringen sich seit Jahren als Partner für den Globalen Süden in Position: China legt seinen Fokus auf Handel, Rohstoffe und Infrastruktur, während sich Russland vor allem auf militärische Zusammenarbeit und Waffenexporte, aber auch etwa den Ausbau des Energiesektors konzentriert. Gerade in Afrika haben Moskau und Peking ihre wirtschaftliche und diplomatische Präsenz stark ausgebaut und präsentieren sich als Alternative zu den westlichen Ländern.

Die Europäer stehen vor einer Herausforderung. Sie werden versuchen, ihre Position als wichtiger Partner der Schwellen- und Entwicklungsländer zu behaupten – insbesondere durch Initiativen wie die unter der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufene Handelsinitiative «Compact with Africa» sowie der «Just Energy Transition Partnership», die Investitionen in Klimaschutz, Wirtschaft und Energiewende fördern sollen.

Diplomatie / Regierung / G20 / Südafrika / International
20.02.2025 · 16:05 Uhr
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