Führungswechsel bei 3M, Boeing und Johnson Controls: Hoffnung auf neue Impulse
Eine frische Brise weht durch die Chefetagen prominenter Konzerne, und Anleger setzen große Hoffnungen auf die neuen Führungsfiguren. William Brown, der seit dem 1. Mai die Zügel bei 3M in der Hand hält, hat bereits klare Reformpläne präsentiert. Kelly Ortberg wird ab dem 1. August Boeing leiten, und Johnson Controls ist auf der Suche nach einem neuen Chef. Der Wandel auf den Führungsetagen könnte den Unternehmen neuen Schwung verleihen. Brown zielt bei 3M auf eine grundlegende Umstrukturierung ab. In seiner Vorstellung des zweiten Quartals erläuterte er, dass das Unternehmen in den letzten Jahren unterdurchschnittlich gewachsen sei. Die Schlüssel zu einer Verbesserung liegen laut Brown in der Entwicklung neuer Produkte, angetrieben von verstärkten Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einer rigorosen Optimierung der Betriebsabläufe. Die Früchte der Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen sind langfristig zu erwarten. Kurzfristig werden Investoren jedoch auf operative Verbesserungen und eine effiziente Kapitalallokation achten. Browns strategische Maßnahmen umfassen die Reduzierung der komplexen Lieferkette, Einführung schlanker Produktionsverfahren, verbesserte Beschaffung und eine Milliarde Dollar an Einsparungen durch schnellere Lagerumschläge. Die jüngst erfolgte Dividendenkürzung schafft zudem finanziellen Spielraum für notwendige Restrukturierungen. Weiterhin stärkt der Verkauf des Gesundheitsgeschäfts Solventum, bei dem 3M 19,9% der Anteile behält, die finanzielle Flexibilität zur Bewältigung rechtlicher Verpflichtungen. Ein positives Erbe der bisherigen Führung ist die Verbesserung der Margen, die Brown nun weiter ausbauen kann. Boeings neuer CEO Kelly Ortberg bringt reichlich Erfahrung in der erfolgreichen Integration großer Unternehmensfusionen mit. Als ehemaliger CEO von Rockwell Collins orchestrierte er deren Übernahme durch United Technologies und die spätere Fusion zur heutigen Raytheon Technologies, jetzt RTX genannt. Angesichts Boeings derzeitiger Herausforderungen, wie hoher Schulden und problematischer Festpreisprojekte im Verteidigungsgeschäft, ist Ortbergs Fähigkeit zur operativen Verbesserung gefragt. Mit der Unterstützung seiner ehemaligen Kollegen Dave Gitlin und Akhil Johri auf dem Boeing-Vorstand scheint Boeing auf gutem Wege zu sein. Johnson Controls muss derweil an seiner Glaubwürdigkeit arbeiten. Das Unternehmen enttäuschte in der Vergangenheit bei der Einhaltung seiner Prognosen. Doch die attraktiven Endmärkte im Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie intelligente Gebäudelösungen bieten Potenzial. Der Verkauf des wenig profitablen Geschäftsbereichs HVAC ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein neuer CEO könnte das Vertrauen der Investoren wiederherstellen und das Unternehmen auf Erfolgskurs bringen.

