Fuchs trotzt Wirtschaftsflaute: Überzeugende Quartalszahlen beleben Aktienkurs
Der Schmierstoffhersteller Fuchs behauptet sich erfolgreich in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. In den ersten neun Monaten konnte Fuchs den Umsatz leicht steigern, und die rückläufigen Ergebnisse fielen nicht so negativ aus, wie von Analysten prognostiziert. Trotz der Herausforderungen, die sich durch die Handelspolitik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und einer verhaltenen Industrieproduktion in Europa ergaben, bleibt die Nachfrage zurückhaltend. Dennoch bekräftigte der MDax-notierte Konzern aus Mannheim seine im Sommer nach unten korrigierten Jahresziele.
Angetan von der vorgelegten Quartalsbilanz verzeichnete die Fuchs-Vorzugsaktie an der Börse ein beeindruckendes Plus von mehr als 11 Prozent im frühen Handel und führte damit die Gewinnlisten im MDax an. Auch wenn sich der Kurs später etwas abschwächte, verbleibt ein Gewinn von rund 6,7 Prozent, was dem Aktienwert einen Stand von 40,90 Euro einbrachte. Dennoch weist die Aktie seit Jahresbeginn ein leichtes Minus auf.
Barclays-Analyst Anil Shenoy erkennt klare Zeichen der Erholung, nachdem Fuchs im dritten Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 2 Prozent erreichte. Dieses Wachstum zeigt sich zudem in verschiedenen Regionen. Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies sieht den bestätigten Ausblick als beruhigend, besonders nach der vorangegangenen Anpassung der Ziele.
Lobende Worte fand auch Unternehmenschef Stefan Fuchs: Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Klimas und ungünstiger Wechselkurse gelang es seinem Unternehmen, weiter zu wachsen. Der Umsatz steigerte sich auf 2,7 Milliarden Euro, unterstützt sowohl durch Zukäufe als auch eigenes Wachstum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verringerte sich um zwei Prozent auf 326 Millionen Euro. In Asien-Pazifik liefen die Geschäfte besonders gut, während Nord- und Südamerika unter Anlaufkosten im Großkundengeschäft litten. Im dritten Quartal konnte sich die Region Amerika jedoch wieder stabilisieren.
In den ersten neun Monaten verzeichnete Fuchs einen Gewinnrückgang von drei Prozent auf 228 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr strebt der Konzern an, Umsatz und operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau zu halten. Die Schuldenfreiheit und eine starke Eigenkapitalquote erlauben es Fuchs, weiter in Zukäufe zu investieren. Der Konzern ist auf der Suche nach passenden Übernahmezielen, auch wenn solche Verhandlungen oftmals Jahre in Anspruch nehmen.
Jüngste Akquisitionen umfassen den Spezialschmierstoff-Hersteller Boss, den US-Spezialisten Irmco sowie den Schweizer Vertriebspartner Aseol Suisse. Diese Übernahmen ergänzen das Geschäft von Fuchs, das stark auf die Automobilbranche ausgerichtet ist, aufgrund des Umbruchs zur Elektromobilität jedoch ebenfalls in andere Branchen wie Maschinenbau, Metallverarbeitung und Luft- und Raumfahrt diversifiziert.

