Friedrich Merz mahnt zur Aufklärung: Scharfe Worte zu Vorfall in Minnesota
In einer bemerkenswert deutlichen Stellungnahme hat Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Unmut über einen Vorfall in den USA geäußert, bei dem ein Krankenpfleger bei einem Einsatz von US-Bundesbeamten erschossen wurde. Bei einer Pressekonferenz nach dem Nordsee-Gipfel in Hamburg bezeichnete Merz den Einsatz von Gewalt in den Vereinigten Staaten als besorgniserregend. Er betonte die Notwendigkeit einer gründlichen Aufklärung durch die amerikanischen Behörden, um die Umstände der Schüsse und eine mögliche Bedrohung der Beamten zu klären.
Obwohl es in der Diplomatie als üblich gilt, sich nicht in die inneren Angelegenheiten befreundeter Nationen einzumischen, entschied sich Merz für klare Worte. Ein Grundsatz, den ein Sprecher des Auswärtigen Amts am selben Vormittag noch einmal bekräftigte, indem er betonte, dass man sich grundsätzlich nicht zu innenpolitischen Angelegenheiten der Partnerstaaten äußere.
Sebastian Hille, stellvertretender Regierungssprecher, äußerte sich zuvor nur verhalten zu den Ereignissen in Minnesota und unterstrich die Hoffnung auf eine rasche rechtliche Aufklärung. Merz hingegen wählte bei seiner Ansprache einen offeneren Ansatz und verlieh seiner Besorgnis Nachdruck. Im Gegensatz dazu blieben die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der belgische Ministerpräsident Bart de Wever, die ebenfalls zu den Ereignissen befragt wurden, ohne Kommentar.
Am Samstag kam es in Minneapolis zu dem Vorfall, bei dem der 37-jährige US-Amerikaner Alex Pretti durch Schüsse der Bundesbeamten starb. Die amerikanische Regierung klassifiziert das Geschehen als Akt der Selbstverteidigung, ein Szenario, das unweigerlich an einen weiteren Vorfall erinnert, bei dem die 37-jährige Renée Good Anfang Januar von ICE-Beamten in derselben Stadt erschossen wurde.

