Fortschritte auf der UN-Ozeankonferenz: Meere im Fokus von Naturschutz und Plastikmüllbekämpfung
Die kürzlich in Nizza abgehaltene Ozeankonferenz der Vereinten Nationen brachte wichtige Fortschritte im Schutz der Weltmeere. Fünf Tage lang debattierten Vertreter aus 170 Staaten über Maßnahmen zum Erhalt der Ozeane, was sogar in der aktuell geopolitisch angespannten Lage als Erfolg verbucht werden kann. Bundesumweltminister Carsten Schneider hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor, betonte jedoch gleichzeitig die Herausforderungen, die noch überwunden werden müssen.
Ein zentraler Aspekt war der Schutz der Hochsee, die rund zwei Drittel der Ozeane ausmacht. Das bereits vor zwei Jahren verabschiedete Hochseeschutzabkommen verlangt nun nach mindestens 60 Ratifizierungen, um in Kraft zu treten. Nizza brachte das Ziel ein erhebliches Stück näher, da über ein Dutzend Staaten das Abkommen zu Beginn ratifizierten. Optimismus verbreitet sich, dass die benötigten Ratifizierungen noch dieses Jahr erreicht werden können. Organisationen wie OceanCare und Greenpeace drängen auf eine zügige Umsetzung.
Ebenso sorgte der Kampf gegen Plastikmüll für intensive Diskussionen. Eine Koalition von 95 Staaten fordert ambitionierte Schritte zur Eindämmung der Plastikverschmutzung. Geplant ist, die Produktion von Primärkunststoffen zu begrenzen und den Einsatz problematischer Plastikprodukte zu reduzieren. Florian Titze vom WWF bezeichnete die erzielten Ergebnisse als grundlegende, aber notwendige Schritte im Kampf gegen die Plastikflut.
Der umstrittene Tiefseebergbau gewinnt an Brisanz, vor allem in Anbetracht der Überlegungen der USA, das Thema erneut aufzugreifen. Deutschland und andere Länder plädieren für eine vorsorgliche Pause solcher Bestrebungen, bis ein international anerkanntes Regelwerk geschaffen ist. Hierbei stehen die Tiefsee-Ressourcen als gemeinsames Erbe der Menschheit unter besonderem Schutz.
Trotz der Fortschritte mahnen Umweltorganisationen, dass die Weltgemeinschaft bis 2030 noch weit weg von den ambitionierten Zielen in Sachen Meeresschutz ist. Themen wie die Meeresverschmutzung und nachhaltige Fischerei bedürfen dringend konkreter Maßnahmen. Als weitere Weichenstelle für den Meeresschutz wird die nächste Ozeankonferenz, die 2028 in Südkorea und Chile stattfinden soll, erwartet.

