Fed vor Zinsentscheid: Zwischen Inflation und Arbeitsmarkt
Die heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigen, dass die Inflation in den USA weiterhin über dem angestrebten Zielwert der Federal Reserve von 2 % liegt. Dies allein dürfte jedoch die Notenbank nicht davon abhalten, die Zinsen in der kommenden Woche wie erwartet zu senken. Der Arbeitsmarkt bereitet der Fed hingegen Sorgen.
Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der letzten Woche auf 263.000, dem höchsten Wert seit fast vier Jahren, was auf eine Abschwächung des Stellenmarktes hindeutet. Diese Entwicklung wird die Entscheidung der Fed darüber beeinflussen, ob sie den Leitzins, der die Kreditkosten beeinflusst, anpassen wird. Laut Ryan Sweet von Oxford Economics befindet sich die Fed in einer Zwickmühle: Beide Hauptziele - stabile Inflation und Vollbeschäftigung - entwickeln sich in unerwünschte Richtungen.
Dennoch erwarten die Finanzmärkte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung um mindestens 0,25 Prozentpunkte. Seit Januar hat die Fed die Zinsen konstant gehalten, um der Inflation Herr zu werden. Die jüngste Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt könnte jedoch zu einem Umdenken führen, um die Wirtschaft durch niedrigere Kreditkosten anzukurbeln. Ein Szenario von langsamen Wachstum und steigender Inflation, oft als 'Stagflation' bezeichnet, wird von einigen Ökonomen als mögliche Folge der aktuellen Wirtschaftspolitik gesehen.

