Kampf der Bäcker gegen Sonntagsbackverbot und Bonpflicht geht in die nächste Runde

Das traditionsreiche Bäckerhandwerk stellt sich gegen das Sonntagsbackverbot und die allgegenwärtige Bonpflicht, indem es vehement deren Abschaffung fordert. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, prangert den aktuellen Reformstau in der Politik an, der trotz klarer Vereinbarungen im Koalitionsvertrag überfällige Änderungen blockiert. Während Tankstellen und Backstationen sonntags ungehindert Brötchen aufbacken, dürfen Handwerksbäckereien nur begrenzt tätig werden, was Dittrich als klare Benachteiligung kritisiert.
Die Bäckerei-Betriebe dürfen bisher lediglich für drei Stunden am Wochenende aktiv werden. Dittrich hebt hervor, dass in der Koalitionsvereinbarung vorgesehen sei, den Ausnahmekatalog des Arbeitszeitgesetzes um das Bäckereihandwerk zu erweitern – unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes. Warum jedoch bisher nichts geschieht, sei für ihn ein Zeichen des Stillstands. Er plädiert für mehr Flexibilität und unternehmerische Freiheit, da viele Beschäftigte bereit seien, sonntags zu arbeiten, um von Zuschlägen zu profitieren.
Neben dem Backverbot steht auch die Bonpflicht in der Kritik. Seit 2020 dazu verpflichtet, bei jedem Verkauf einen Bon auszustellen, leiden kleine Betriebe unter dem administrativen und ökologischen Aufwand. Der Koalitionsvertrag sieht die Abschaffung der Bonpflicht vor, ohne dass bisher eine Umsetzung erfolgte. Für Unternehmen ab einem Umsatz von 100.000 Euro jährlich soll ab 2027 eine Registrierkassenpflicht eingeführt werden.

