FBI nimmt Nintendo-Switch-Piraterieseite NSW2U vom Netz
Am 10. Juli 2025 ging ein bedeutendes Kapitel der digitalen Piraterie zu Ende: Die internationale Ermittlungsbehörde unter Federführung des FBI hat die berüchtigte Plattform NSW2U geschlossen. Die Webseite bot über Jahre hinweg illegal zugängliche Kopien von Nintendo Switch-Spielen, teils sogar vor deren offizieller Veröffentlichung, zum Download an – ein direkter Angriff auf das geistige Eigentum und die wirtschaftlichen Interessen von Nintendo.
NSW2U: Der Knotenpunkt der Nintendo Switch-Piraterie
NSW2U war in Pirateriekreisen mehr als nur eine gewöhnliche ROM-Seite. Sie war:
- Ein zentrales Archiv für Switch-Spiele, angeboten in verschiedenen Dateiformaten.
- Ein Vorreiter beim “Pre-Release-Leaking”, der regelmäßig Spiele veröffentlichte, bevor sie im Einzelhandel oder digital erhältlich waren.
- Technisch ausgereift, mit automatisierten Uploads, Verschlüsselung und Schutzmechanismen gegen Crawling und Löschanfragen.
Die Ermittlungen gegen NSW2U waren kein lokales Vorgehen – sie spiegeln die zunehmende globale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität wider. Die Seiten zeigen nun die typische FBI-Seizure-Seite, die eine erfolgreiche Abschaltung durch die Behörde bestätigt.
Nintendo: Reaktion und neue Sicherheitsstrategien
Seit der Veröffentlichung der Switch 2 im Juni 2025 hat Nintendo seine Anti-Piraterie-Strategie deutlich verschärft:
- Einführung der MIG-Chips zur Hardware-Verifikation.
- Automatische Sperrung von Konsolen, die modifizierte Spiele erkennen lassen.
- Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden, um urheberrechtlich geschützte Inhalte zu schützen.
Nintendo äußerte sich bei Kotaku offiziell:
Wir begrüßen die internationale Zusammenarbeit zur Wahrung des Schutzes kreativer Werke und der Rechte unserer Entwickler.
Wirtschaftlicher Schaden und rechtliche Konsequenzen
Schätzungen zufolge verursachte NSW2U allein im Jahr 2024 einen Schaden von über 50 Millionen US-Dollar an Umsatzeinbußen – nicht nur für Nintendo, sondern für dutzende Entwicklerstudios.
Ob die Betreiber vor Gericht gestellt werden, bleibt unklar. In ähnlichen Fällen wie dem von Gary Bowser, einem Mitglied der Gruppe „Team Xecuter“, wurden teils hohe Geldstrafen und mehrjährige Haftstrafen verhängt.
Die Abschaltung von NSW2U ist nicht nur ein juristischer Sieg, sondern auch ein technologischer und moralischer Meilenstein. Sie zeigt, dass Urheberrechtsverletzungen im digitalen Raum längst nicht mehr im rechtsfreien Raum stattfinden und dass große Tech-Firmen und Behörden bereit sind, hart durchzugreifen.


