EZB setzt auf Kontinuität: Euroraum startet stabil ins Jahr 2026

Die Europäische Zentralbank (EZB) beginnt das Jahr 2026 mit stabilen Ausblicken für die Wirtschaft des Euroraums und hält an der gegenwärtigen Zinspolitik fest. Um die konjunkturelle Erholung nicht zu gefährden, belässt die EZB den für Sparer und Banken bedeutenden Einlagenzins wie bereits in den vorangegangenen Sitzungen bei 2,0 Prozent. Diese Zinspause, die in einer Phase moderater Inflation beschlossen wurde, setzt die Serie unveränderter Geldpolitik fort, die seit Juli 2025 anhält.
Zuvor war der Einlagenzins im Frühjahr 2024 mit 4,0 Prozent doppelt so hoch. Mit Bulgarien tritt zudem ein neues Mitglied dem Euroraum bei, der nun aus 21 Staaten besteht. Die konstant niedrigen Leitzinsen haben potenziell positive Effekte auf die Wirtschaftsentwicklung, da sie Kredite für Unternehmen und Privatpersonen erschwinglicher machen.
Dies fördert Investitionen und Konsum und könnte das erhoffte Wachstum unterstützen. Allerdings sehen sich Sparer mit der Herausforderung konfrontiert, dass die aktuellen Zinsen für Tages- und Festgeldanlagen meist nicht ausreichen, um die Inflation, die kürzlich in Deutschland bei 2,3 Prozent lag, zu decken. Ökonomen prognostizieren, dass die EZB keine Zinssenkungen mehr vornehmen wird.
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, erklärt, die Situation sei ausgeglichen und verleitet nicht zu raschen Entscheidungen in die eine oder andere Richtung. Die EZB selbst hebt ihre Wachstumsaussichten für den Euroraum an: Für 2026 wird ein Wirtschaftszuwachs von 1,2 Prozent erwartet, in den Folgejahren sollen es je 1,4 Prozent sein. Michael Heise, Chefvolkswirt bei HQ Trust, stimmt zu, dass die gegenwärtige wirtschaftliche Stabilität keinen Handlungsbedarf bei den Zinsen erfordert.
Zugleich erwartet die EZB, dass die Inflation im Jahr 2025 mit 2,1 Prozent noch knapp über ihrem Ziel bleibt, jedoch 2026 auf 1,9 Prozent sinkt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel deuten darauf hin, dass die Zinsen vorerst unverändert bleiben, wobei der nächste Schritt vermutlich in Richtung einer Anhebung gehen könnte.

