Experte: XRP-Kritiker übersehen das größere Bild

Ein bekannter XRP-Kommentator widerspricht einer häufigen Kritik am Geschäftsmodell von Ripple. Er argumentiert, dass Skeptiker die Kausalität falsch verstehen, wenn sie behaupten, das Unternehmen verkaufe XRP nur, um traditionelle Vermögenswerte anzuhäufen. Will Taylor, Gründer von CryptoInsightUK, erklärte, dass die Kritiker „so nah dran sind, richtig zu liegen“, aber den entscheidenden Schritt übersehen, der die gesamte Gleichung verändert.
Missverständnisse über XRP
Taylor behauptet, dass Ripples Token-Verkäufe nicht darauf abzielen, ein volatiles Krypto-Asset gegen sicherere, konventionelle Anlagen einzutauschen. Vielmehr dienen die Verkäufe der Finanzierung von Infrastruktur und Integrationen, die letztlich den langfristigen Nutzen und Wert des Tokens steigern.
**“Haters say Ripple sell XRP so they can buy real-world companies and assets, because that’s how Ripple ‘makes money’,”** schrieb Taylor. **“In my opinion, that completely misunderstands the business model and more importantly, the direction of causality. Yes, Ripple monetises some XRP. But not to replace XRP with traditional assets.”**
Das Missverständnis beginnt laut Taylor damit, XRP wie Betriebskapital zu behandeln, anstatt als strategisches, asymmetrisches Asset. Ein großer Inhaber eines Vermögenswerts mit überproportionalem Aufwärtspotenzial würde es nicht einfach liquidieren, um „normale Unternehmen“ zu erwerben, insbesondere wenn dieser Vermögenswert im großen Maßstab mehr wert sein könnte als die gesamte Bilanz des Unternehmens.
**“If you hold roughly 40% of an asset that, at scale, could be worth more than your entire balance sheet, you don’t treat it like operating cash,”** schrieb er. **“You don’t say: ‘Let’s sell the most asymmetric asset we own just to stack normal companies.’ That would be insane.”**
Taylor stellt Ripples Akquisitionen, Integrationen und Ausbauanstrengungen nicht als Abkehr von XRP dar, sondern als „Multiplikatoren“, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass XRP zu einem globalen Abwicklungsinstrument wird. Traditionelle Vermögenswerte sind seiner Meinung nach Inputs, um Verteilung, Compliance und Liquidität zu erweitern: Bedingungen, die ein Brücken-Asset auf institutioneller Ebene nützlicher machen würden.
**“When Ripple acquires or integrates with firms like Hidden Road, stablecoin infrastructure, or tokenised treasury rails, those assets are not the end goal,”** schrieb Taylor. **“They are multipliers. Those companies are not replacing XRP. They are building the pipes that require XRP to function efficiently.”**
Taylor beschreibt dies als Schwungrad: XRP sitzt im „strategischen Kern“ der Bilanz, Ripple baut einen vollständigen Stack rund um Zahlungen und Liquidität auf, Institutionen übernehmen, weil die Infrastruktur vollständig ist, und der Token wird zu einer neutralen Abwicklungsschicht, deren Nachfrage im Laufe der Zeit zunimmt. In diesem Rahmen sei die kurzfristige Monetarisierung besser als Kapitaleinsatz im Dienste eines langfristigen Netzwerkeffekts zu verstehen, anstatt als einfache Verwässerung.
**“That’s not dilution. That’s capital deployment,”** schrieb Taylor und fügte hinzu, dass Ripple, wenn es einfach ein „profitables TradFi-ähnliches Unternehmen“ sein wollte, sich nicht „besessen mit neutraler Abwicklung“ beschäftigen, XRP „architektonisch zentral“ halten oder es in „regulierte institutionelle Schienen“ einführen würde.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie die Interpretation der Anreize von Ripple verändert. In Taylors Modell ist das Ziel nicht, den Token zu verkaufen, um Off-Chain-Vermögenswerte zu akkumulieren; es geht darum, Off-Chain-Vermögenswerte—Lizenzen, Liquiditätsplätze, Compliance-Infrastruktur und institutionelle Integrationen—zu nutzen, um die Notwendigkeit von XRP als Abwicklungswerkzeug zu erhöhen.
**“The endgame is not: ‘Sell XRP to buy assets,’”** schrieb er. **“The endgame is: ‘Use assets to make XRP unavoidable.’”**
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde XRP bei $1.8773 gehandelt.

