Bericht: Wie Staaten mit Kryptowährungen die globale Finanzwelt umgestalten

Ein neuer Bericht des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs zeigt, dass Regierungen weltweit nicht mehr nur Zuschauer auf den Kryptomärkten sind. Staaten von Nordkorea bis Singapur integrieren Blockchain-Netzwerke aktiv in ihre nationalen Finanzstrategien.
Krypto als staatliches Werkzeug
TRM Labs hebt hervor, dass das grenzüberschreitende Design von Blockchain es Ländern ermöglicht, Werte außerhalb traditioneller Systeme wie dem US-Dollar, SWIFT und dem Korrespondenzbankwesen zu bewegen. Autoritäre Regime nutzen diese Eigenschaft besonders intensiv.
Nordkorea ist hierbei das auffälligste Beispiel. Die Cyber-Einheiten des Landes wurden mit Hacks von Börsen, DeFi-Plattformen und Brücken im Wert von Milliarden Dollar in Verbindung gebracht, darunter der hochkarätige Bybit-Einbruch im Februar 2025. Die gestohlenen Gelder wurden durch Mixer geleitet, über Blockchains verschoben, in Stablecoins umgewandelt und schließlich über OTC-Broker in Asien ausgezahlt. Diese Erlöse fließen laut TRM zurück in die Raketen- und Nuklearprogramme Pjöngjangs.
Russland hat seit den umfassenden Sanktionen nach der Invasion in der Ukraine 2022 einen anderen Weg eingeschlagen. Digitale Vermögenswerte ersetzen zwar nicht die traditionelle Finanzwelt, spielen aber eine unterstützende Rolle bei grenzüberschreitenden Abwicklungen mit Partnern wie dem Iran, der Finanzierung pro-russischer Gruppen und großangelegten Mining-Operationen, die günstige Energie in Fremdwährung umwandeln.
Der Iran hat bereits 2019 das Bitcoin-Mining legalisiert und nutzt laut Bericht im Inland geschürfte BTC, um Importe zu bezahlen und Zahlungseinschränkungen zu umgehen.
Geteilte Wege für die Zukunft von Krypto
Nicht jede staatliche Nutzung von Kryptowährungen ist konfrontativ. Der Bericht beschreibt, dass demokratische Regierungen den Fokus auf Aufsicht, Transparenz und Marktstabilität legen.
In den USA und Europa setzen Behörden auf Blockchain-Analysen, um Ransomware-Zahlungen zu verfolgen, Sanktionen durchzusetzen und grenzüberschreitende Ermittlungen zu unterstützen. Europas MiCA-Rahmenwerk, das nun in Kraft ist, verlangt strenge Lizenzierung und Überwachung für Kryptofirmen, während US-Regulierungsbehörden die Regeln für digitale Vermögenswerte durch Institutionen wie FinCEN und OFAC weiter verfeinern.
In Asien zeigt sich ein kooperativeres Modell. Die Monetary Authority of Singapore arbeitet eng mit privaten Unternehmen an Compliance-Technologien, während Japan die Aufsicht über Börsen nach früheren Hacks verstärkt hat.
Viele Zentralbanken in der Region testen zudem staatlich ausgegebene digitale Währungen und tokenisierte Reserven, wobei sie Ideen aus öffentlichen Blockchains übernehmen, aber die staatliche Kontrolle beibehalten.
Der Kontrast ist deutlich: Während Nordkorea Krypto nutzt, um Beschränkungen zu umgehen und Waffen zu finanzieren, setzen Länder wie Singapur und die EU ähnliche Werkzeuge ein, um Zahlungen zu modernisieren und die Aufsicht zu verbessern. TRM argumentiert, dass der Unterschied auf Sichtbarkeit und Durchsetzung zurückzuführen ist. Öffentliche Blockchains zeichnen jede Transaktion auf, aber nur starke Analysen und Zusammenarbeit können diese Daten in Rechenschaftspflicht umwandeln.
Mit der weiteren Reifung der Kryptomärkte wird sich diese Kluft laut Bericht voraussichtlich vergrößern. Autoritäre Staaten werden digitale Vermögenswerte weiterhin auf Umgehungsmöglichkeiten prüfen, während demokratische Regierungen Regeln vorantreiben, die Innovation mit Aufsicht verbinden.

