Evakuierung auf Teneriffa: Hantavirus-Ausbruch betrifft Kreuzfahrtschiff 'Hondius'
Hantavirus-Ausbruch und Evakuierungsmaßnahmen
Am ersten Tag der umfassenden Evakuierungsaktion auf Teneriffa wurden 94 Passagiere und Crewmitglieder des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs 'Hondius' erfolgreich ausgeflogen. Laut der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García, die am späten Abend vor Journalisten sprach, handelte es sich um Menschen aus insgesamt 19 Ländern, die in acht Sondermaschinen die Kanareninsel verließen.
Das letzte Flugzeug, ein US-amerikanisches, hob mit 18 betroffenen Personen vom Flughafen Tenerife Sur ab. Zuvor waren bereits Maschinen aus Ländern wie Spanien, Frankreich, Kanada, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und der Türkei gestartet. Für den Montagnachmittag sind weitere Evakuierungsflüge aus den Niederlanden und Australien geplant, die jeweils 18 und sechs weitere Betroffene ausfliegen sollen.
Unter den Evakuierten befinden sich auch vier Deutsche, die zunächst mit einer niederländischen Maschine nach Eindhoven geflogen werden. Von dort aus erfolgt ein Sonderisoliertransport nach Frankfurt, gefolgt von einer Quarantäne in den jeweiligen Bundesländern, deren Maßnahmen von den zuständigen Gesundheitsämtern beschlossen werden.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen
Die Evakuierung selbst wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Die Passagiere wurden schrittweise von der im Hafen von Granadilla vor Anker liegenden 'Hondius' ausgeschifft. In kleinen Gruppen wurden sie mit Booten an Land gebracht und anschließend mit Bussen zum Flughafen Tenerife Sur transportiert. Vor der Ausschiffung führten Ärzte eine epidemiologische Untersuchung an Bord durch, bei der jedoch bei keinem der insgesamt 152 Personen Symptome festgestellt wurden.
Von den ursprünglichen 152 Personen an Bord bleiben 34, überwiegend Besatzungsmitglieder, zurück und werden mit der 'Hondius' in die Niederlande zurückkehren. Ministerin García äußerte sich zuversichtlich über den reibungslosen Verlauf der Evakuierungsaktion und betonte die hervorragende Arbeit der beteiligten Behörden.
WHO-Bericht über Hantavirus-Fälle
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet von insgesamt sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Tragischerweise starben drei der betroffenen Personen, darunter ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausgehen könnte, das sich möglicherweise vor der Einschiffung in Argentinien infiziert hat. Diese Situation wirft nicht nur Fragen zur Gesundheitssicherheit auf, sondern könnte auch Auswirkungen auf die Kreuzfahrtindustrie und die damit verbundenen Investitionen haben, da Anleger die Reaktionen des Marktes auf solche gesundheitlichen Krisen genau beobachten sollten.

