Europas Antwort auf US-Protektionismus: Neue Märkte und Synergien erschließen
Manfred Weber, Vorsitzender der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), appelliert in Anbetracht der gestiegenen US-Zölle an die EU, ihren Handelsfokus verstärkt auf alternative Märkte zu richten. Der CSU-Politiker schlägt vor, mit globalen Partnern, die dem Freihandel zugeneigt sind, intensivere Handelsbeziehungen aufzubauen. Hierbei nennt er das angestrebte Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten als prioritäres Ziel.
Zudem bewertet Weber den kürzlich zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump ausgehandelten Zollkompromiss als einen "schmerzlichen Deal", der dennoch strategisch klug sei und einen drohenden Handelskrieg abgewendet habe. Nach diesem Abkommen würden europäische Produkte mit 15 Prozent US-Zoll belegt, während Zölle für amerikanische Industriegüter komplett fallen.
Im Kontext der Binnenmarkt-Stärkung spricht sich Weber für die Nutzung ungenutzter Potenziale innerhalb der EU aus. Insbesondere im Dienstleistungs- und Energiesektor existieren noch national begrenzte Märkte, die geöffnet werden sollten. Darüber hinaus hebt er die Bedeutung einer koordinierten Sicherheits- und Verteidigungsstrategie hervor, die durch gemeinsame Beschaffung und Projekte, etwa im Bereich der Raketentechnologie, erhebliche Steuerersparnisse verspricht.

