Europäische Sicherheitsarchitektur: Merz fordert tiefgreifende Neuausrichtung in Zeiten globaler Spannungen
Auf der jüngsten Botschafterkonferenz nutzte Kanzler Friedrich Merz die Gelegenheit, um eine umfassende Neugestaltung der Sicherheitsstrategie für Deutschland und Europa zu fordern. Angesichts der zunehmenden Spannungen mit China und Russland sowie der Herausforderungen innerhalb der transatlantischen Beziehungen sprach der CDU-Chef von einem notwendigen Paradigmenwechsel. Dieser Ansatz solle die Interessen Deutschlands und Europas klar in den Vordergrund rücken.
Merz betonte, dass die traditionelle Trennung zwischen Innen- und Außenpolitik nicht mehr zeitgemäß sei. Vielmehr erfordere die aktuelle weltpolitische Lage ein verstärktes Engagement der Bundesregierung auf internationaler Ebene, um die innere Sicherheit und den Wohlstand zu wahren. Die für die nächsten Wochen anstehenden Reisen in Regionen jenseits der transatlantischen Achse sollen ein weiteres Signal in Richtung strategischer Partnerschaften setzen.
In seinen Ausführungen zu Russland und China zeigte sich der Kanzler besorgt über deren zunehmend aggressive Vorgehensweisen. Insbesondere hob er hervor, dass die deutsche Politik sich dem wachsenden Einfluss dieser Mächte in Europa entgegenstellen müsse. Gleichzeitig unterstrich Merz die Bedeutung einer diversifizierten Zusammenarbeit, um die strategische Unabhängigkeit Deutschlands zu sichern.
Der Kanzler stellte auch die Dysfunktionalität der Welthandelsorganisation WTO in den Fokus. In Anbetracht der protektionistischen Policies der USA sei es unabdingbar, ein neues regelbasiertes System des Freihandels zu entwickeln.
Auch die Rolle von Außenminister Johann Wadephul fand besondere Erwähnung. Merz lobte dessen Orientierungssinn in turbulenten Zeiten, was für die Führung des Auswärtigen Amtes von besonderem Wert sei.

