Euro unter Druck: US-Inflation und Handelsstreit belasten
Der Euro hat seine Talfahrt am Dienstag im New Yorker Handel beschleunigt und fiel auf einen Kurs von 1,1602 US-Dollar. Der vorherige Referenzkurs der Europäischen Zentralbank lag noch bei 1,1665 US-Dollar, was einen stetigen Rückgang widerspiegelt. Die Volatilität am Devisenmarkt wurde kurzfristig durch neue Inflationszahlen aus den USA beeinflusst. Diese zeigten einen Anstieg der Jahresteuerungsrate im Juni von 2,4 auf 2,7 Prozent – über den Erwartungen der Experten. Die Kerninflationsrate entsprach mit 2,9 Prozent den Prognosen.
Die Commerzbank-Volkswirte vermerken, dass die Handelszölle bislang begrenzten Einfluss auf die US-Inflation hatten. "Einzelne Güter verteuerten sich, doch der Gesamtdruck bleibt moderat", heißt es von ihrer Seite. Dies unterstützt ihre Prognose einer eventuellen Zinssenkung durch die US-Notenbank im September. Anzeichen für einen klaren fundamentalen Grund für den geringeren Wert des Euro gegen Abend sind jedoch nicht erkennbar.
Trotz besserer Konjunkturdaten aus Deutschland, bei denen sich die Erwartungen der Finanzexperten den dritten Monat in Folge aufhellten, blieb die Unterstützung für den Euro aus. ZEW-Präsident Achim Wambach betont die Hoffnung auf eine Lösung des US-EU-Handelsstreits und mögliche Wirtschaftsimpulse der Bundesregierung. Dennoch warnen Ökonomen davor, die Herausforderungen des Zollstreits zu unterschätzen, die weiterhin eine erhebliche Gefahr für die europäische Wirtschaft darstellen.

