Euro unter Druck: Schwache deutsche Handelsdaten belasten die Gemeinschaftswährung
Der Euro hat im Verlauf des Donnerstags im US-Handel weitere Verluste erlitten, nachdem er zu Beginn des europäischen Geschäfts noch über der Marke von 1,16 US-Dollar stand. Zuletzt notierte die Währung bei 1,1547 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs auf 1,1611 Dollar fest, nach 1,1627 Dollar am Mittwoch.
Den Ausschlag für den Druck auf den Euro gaben schwache deutsche Außenhandelsdaten. Im August verzeichneten die Exportzahlen einen stärkeren Rückgang als prognostiziert. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, zeigte sich besorgt und unterstrich, dass vor allem die Exporte in die USA alarmierend seien, da diese um ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr eingebrochen sind.
Zudem belasten die US-Zölle weiterhin die deutsche Wirtschaft und eine baldige Entlastung scheint nicht in Sicht. Diese schwache Entwicklung folgt einer Reihe enttäuschender Konjunkturdaten aus Deutschland, darunter schwache Auftragseingänge und Industrieproduktion.
Ein Hoffnungsschimmer für den Euro war die fortschreitende Regierungsbildung in Frankreich. Der zuvor zurückgetretene Premierminister Lecornu konnte eine politische Einigung erzielen, um die Krise zu lösen. Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen äußerten Optimismus, dass bis Ende des Jahres ein französischer Haushalt verabschiedet werden könnte.

