Euro unter Druck: Handelsstreit belastet, Sentix-Konjunkturindex bricht ein
Inmitten anhaltender Marktturbulenzen hat der Eurokurs am Montag leichte Verluste hinnehmen müssen. Bis zum Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,0943 US-Dollar, während sie am Morgen noch höher notierte. Zwischenzeitlich konnte der Euro mit 1,1050 Dollar neue Höhen erobern. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs auf 1,0967 Dollar fest, was einem Rückgang im Vergleich zu Freitag entspricht, als der Kurs noch bei 1,1057 Dollar lag. Umgerechnet kostete ein Dollar damit etwa 0,9118 Euro.
Die aggressive Zollpolitik der US-Regierung hatte dem Dollar vergangene Woche schwer zugesetzt, was dem Euro gleichzeitig zu einem gewissen Auftrieb verhalf. Dennoch schaffte es die europäische Währung, ihre letzte Wochenbilanz größtenteils zu verteidigen. In dem sich zuspitzenden Handelsstreit mit den USA setzt die Europäische Union auf Deeskalation. So bietet sie der US-Regierung eine Vereinbarung zur Abschaffung aller Zölle auf Industriegüter an, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel verkündete. Dieses Angebot wurde bereits vor der erneuten Eskalation durch US-Präsident Donald Trump gemacht und zuletzt am Freitag erneuert. Erste Vergeltungszölle soll es jedoch ab Dienstag geben.
Präsident Trump zeigt jedoch keinerlei Neigung, von seiner bisherigen Zollpolitik abzuweichen. Er erklärt auf seiner Plattform Truth Social, dass die USA bereits jetzt "Milliarden von Dollar" durch bestehende Zölle gegenüber ausnutzenden Ländern einnehmen würden. Diese Haltung der USA trägt erheblich zur gegenwärtigen Marktunsicherheit bei.
Die Aussichten für die Wirtschaft der Eurozone haben sich durch die neuen Zölle ebenfalls verdüstert. Der von Sentix erhobene Konjunkturindikator fiel im April massiv und markierte den tiefsten Wert seit Oktober 2023. Die Konjunkturerwartungen innerhalb der Eurozone sinken weiterhin in rasantem Tempo, wie das Analyseinstitut bekannt gab.
Die EZB legte zudem für andere bedeutende Währungen neue Referenzkurse fest. Ein Euro kostet nun 0,85588 britische Pfund, 160,58 japanische Yen und 0,9377 Schweizer Franken. Der Goldpreis für eine Feinunze wurde in London am Nachmittag mit 3.007 Dollar angegeben, was einem Rückgang von etwa 30 Dollar seit Freitag entspricht.

