Euro schafft Erholungssprung über 1,15 US-Dollar
Der Euro hat am Donnerstag eine leichte Erholung von seinen jüngsten Verlusten verzeichnet und ist über die Marke von 1,15 US-Dollar geklettert. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,1534 Dollar bewertet. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den offiziellen Referenzkurs auf 1,1533 Dollar fest, nachdem dieser am Mittwoch noch bei 1,1492 Dollar lag. Entsprechend kostete ein Dollar nun 0,8670 Euro, verglichen mit 0,8701 Euro zuvor.
Trotzdem fehlt es an nennenswerten Gründen für diese Kurssteigerung des Euro. Deutsche Industriedaten enttäuschten mit einem Zuwachs der Gesamtproduktion im September, der die Erwartungen deutlich verfehlte und die Verluste des Vormonats nicht ausgleichen konnte. Der Produktionsanstieg war im Wesentlichen dem Autosektor geschuldet, der im Vormonat aufgrund spät gelegener Werksferien eingeschränkt war, erklärte Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank. Angesichts stagnierender Auftragseingänge sei erst im kommenden Jahr mit einer deutlicheren Produktionserholung zu rechnen, sobald die schuldenfinanzierte Fiskalpolitik der Regierung greife.
Robuste Wirtschaftsdaten aus den USA hatten am Mittwoch den Euro unter Druck gesetzt und Spekulationen über künftige Zinssenkungen der US-Notenbank gedrosselt, was den Dollar beflügelte. Am Donnerstag wurden keine neuen Wirtschaftsdaten aus den USA erwartet, da die Regierung aufgrund eines seit dem 1. Oktober andauernden Shutdowns handlungsunfähig bleibt. Dieser Shutdown, der längste in der US-Geschichte, resultiert aus fehlenden Haushaltsvereinbarungen zwischen Republikanern und Demokraten.
Obgleich der Euro mit seinem leichten Sprung am Donnerstag den Abwärtstrendkanal verlassen hat, bleibt das Szenario aus markttechnischer Sicht riskant, wie Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) vermelden. Der kürzliche Rückgang unter 1,1542 Dollar eröffnet die Möglichkeit eines weiteren Abrutschens auf unter 1,14 Dollar.
Die EZB setzte zudem die Referenzkurse für den Euro gegenüber anderen bedeutenden Währungen fest: 0,88070 britische Pfund, 177,15 japanische Yen, und 0,9316 Schweizer Franken. Der Preis für eine Feinunze Gold lag zuletzt bei 3.988 Dollar, was eine Zunahme von etwa 8 Dollar im Vergleich zum Vortag bedeutet.

