Euro feiert leichte Erholung - Risiken bleiben bestehen
Der Euro konnte sich am Donnerstag etwas von seinen jüngsten Verlusten erholen und kletterte wieder über die Marke von 1,15 US-Dollar. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1511 Dollar und lag somit leicht über dem Niveau vom Vorabend. Bereits am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1492 Dollar festgesetzt, was eine geringe Anpassung gegenüber Dienstag darstellte.
Durch den Anstieg am Donnerstag überwand der Euro vorübergehend die obere Begrenzung seines aktuellen Abwärtstrendkanals. Dennoch mahnten die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen zur Vorsicht, da aus markttechnischer Sicht weiterhin Risiken bestünden. Der kürzliche Rutsch unter die Marke von 1,1542 Dollar öffnet nach Einschätzung der Fachleute einen Spielraum bis unter 1,14 Dollar.
Fundamentale Einflüsse, wie solide ökonomische Daten aus den USA, übten weiterhin Druck auf den Euro aus. Diese stärken den Dollar zusätzlich, indem sie die Erwartungen auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed dämpfen. Auf der anderen Seite lösten die jüngsten Konjunkturdaten aus Deutschland beim Eurokurs kaum Bewegung aus. Zwar konnte die Produktion im verarbeitenden Gewerbe dank der Automobilindustrie im September zulegen, allerdings blieb das Wachstum hinter den Prognosen der Analysten zurück. Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg betonte, dass sowohl der geringe Zuwachs der Produktion als auch der Anstieg der Auftragseingänge vom Vortag den negativen Trend nicht umkehren.

