EU-Staaten sollen ukrainische Armee direkt finanzieren
Der ukrainische Finanzminister, Serhij Martschenko, hat angeregt, dass EU-Staaten eine direkte finanzielle Unterstützung für die ukrainische Armee leisten sollten, um die fortdauernde russische Invasion abzuwehren. Martschenko argumentiert, dass die ukrainischen Streitkräfte nicht nur das eigene Land, sondern ganz Europa schützen. Die vorgeschlagenen Verteidigungsausgaben würden nur einen kleinen Prozentsatz der allgemeinen Wirtschaftsleistung der EU beanspruchen. Zudem könnten diese Ausgaben in die NATO-Verpflichtungen der EU-Staaten einfließen.
Auch nach einem möglichen Friedensschluss sei eine andauernde Unterstützung durch ausländische Gelder essenziell, so Martschenko weiter. Er betonte, dass Russland auch künftig ein zentrales Sicherheitsrisiko für Europa darstellen wird. Investitionen in die Verteidigung der Ukraine seien damit gleichzusetzen mit Investitionen in die langfristige Stabilität Europas.
Für das Haushaltsjahr 2025 hat die Ukraine fast 25 Milliarden Euro für Verteidigungszwecke eingeplant. Kritiker im Parlament warnen jedoch, dass die tatsächlichen Ausgaben wahrscheinlich deutlich höher ausfallen werden. Bereits jetzt bedienen ausländische Geldgeber, darunter die Europäische Union, Deutschland und andere EU-Staaten, mehr als die Hälfte des ukrainischen Haushaltsbudgets.
Indessen dämpfte Walerij Saluschnyj, ehemaliger Oberbefehlshaber und jetziger ukrainischer Botschafter in Großbritannien, Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts. Bei einer Rüstungskonferenz zeigte er sich überzeugt, dass Russland auch weiterhin über ausreichende Ressourcen verfügt, um den Krieg fortzusetzen. Er bezeichnete den Krieg als einen "Abnutzungskrieg" und betonte, dass der Verlust an Rüstungskapazitäten Russlands durch einen Hightech-Krieg herbeigeführt werden müsse. Die immer angespanntere wirtschaftliche Lage erfordere eine erfolgreiche Strategie der technologischen Überlegenheit und strategischen Unruhe.

