EU setzt auf Diplomatie im Zollstreit mit den USA
Im Spannungsfeld des transatlantischen Handelsstreits unterstreicht die Europäische Union ihre Bereitschaft zu fortgesetzten Verhandlungen, ungeachtet der jüngsten Drohungen seitens der Vereinigten Staaten. Diese Position brachte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Telefongespräch mit dem US-Präsidenten zum Ausdruck. Trotz der im April verhängten, zwischenzeitlich ausgesetzten Sonderzölle kündigte der US-Präsident nun an, ab dem 1. Juni erneut Strafzölle ins Spiel zu bringen.
Von der Leyen betonte auf der Plattform X, dass zur Erzielung einer zufriedenstellenden Einigung Gespräche bis zum 9. Juli erforderlich seien. Ihr Telefonat mit dem US-Präsidenten beurteilte sie als konstruktiv. Sie hob hervor, dass die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA zu den bedeutendsten der Welt zählen und dass Europa entschlossen sei, die Verhandlungen zügig voranzutreiben.
Der US-Präsident hat den Druck auf die EU erhöht und mögliche Strafzölle von 50 Prozent ab dem 1. Juni angekündigt; ob diese tatsächlich umgesetzt werden, bleibt jedoch ungewiss. In der Vergangenheit folgten auf derartige Drohungen oftmals unerwartete Wendungen.
Zuversichtlich äußerte sich auch der Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, der am Sonntag seine vorsichtige Optimismus zum Ausdruck brachte, dass eine Einigung erzielt werden könne. Er verwies auf die entscheidende Phase der laufenden Verhandlungen und zeigte sich hoffnungsvoll.

