EU-Kommission strebt unbefristete Zulassung von Pflanzenschutzmitteln an
Die Europäische Kommission hat einen weitreichenden Vorschlag unterbreitet, der die zeitlich unbefristete Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der Europäischen Union ermöglichen soll. Bisher bedurften diese Mittel, wie Glyphosat, einer regelmäßigen Neuzulassung. Doch laut der Behörde soll diese Praxis abgeschafft werden, ausgenommen sind dabei allerdings die gefährlichsten Substanzen. Die Erneuerung oder zielgerichtete Neubewertung sollen nur noch auf Basis wissenschaftlicher Erfordernisse durchgeführt werden.
Aktuell gilt eine maximale Zulassungsdauer für aktive Wirkstoffe von bis zu 15 Jahren. Ohne erneute Bewertung und Genehmigung läuft eine solche Zulassung aus. Diese Neuregelung könnte weitreichende Konsequenzen für die Landwirtschaft und den Umweltschutz in der EU haben. Das Beispiel Glyphosat verdeutlicht dies: Trotz Kontroversen betrachtet die Kommission es nicht als gefährlich und hat seine Zulassung jüngst bis Ende 2033 verlängert.
Aktuell sind die Regeln für Glyphosat von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterschiedlich. So sind in einigen, darunter auch Deutschland, die Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf gemeinschaftlich genutzten Flächen verboten oder beschränkt. Bevor der Vorschlag in Kraft treten könnte, steht dem Vorhaben jedoch noch eine Debatte im Europäischen Parlament und bei den Mitgliedstaaten bevor.

