EU-Debatte um Begriffe wie "Veggie-Burger" vorerst vertagt
Die Verhandlungen innerhalb der EU über die künftige Verwendung von Bezeichnungen wie "Tofu-Wurst" und "Veggie-Burger" sind aufgeschoben worden – eine Einigung steht noch aus. In Brüssel scheiterten die Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments daran, einen Konsens darüber zu finden, ob solche Begriffe künftig nur noch für tierische Produkte verwendet werden sollen. Ein Verbot argumentiert mit dem Schutz von Verbrauchern und Landwirten, doch derzeit dürfen auch pflanzliche Alternativen diese Namen tragen. Die Gespräche sollen im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
Der Vorstoß ging von der konservativen EVP-Fraktion aus, und federführend war die französische Abgeordnete Céline Imart. Während einige deutsche Unionsabgeordnete gegen das Verbot stimmten, fand der Vorschlag dennoch eine Mehrheit im Parlament. Für die Umsetzung wäre jedoch auch die Zustimmung der EU-Staaten erforderlich. Kritiker wie die niederländische Volt-Abgeordnete Anna Strolenberg äußerten Bedenken und bezeichneten das Verbot als populistisch und wenig hilfreich für Landwirte.
Deutschland positioniert sich klar gegen ein solches Verbot. Bundesagrarminister Alois Rainer betonte die potenziell hohen Kosten und die zusätzliche Bürokratie, die dadurch entstehen würden. Unterstützung erhielt er von CDU-Abgeordnetem Peter Liese und SPD-Kollege Tiemo Wölken, die den Streit als unnötig kritisierten. Auch deutsche Unternehmen sind besorgt um die wirtschaftlichen Auswirkungen eines möglichen Verbots. Vertreter von Firmen wie Aldi Süd, Lidl, Burger King und Beyond Meat warnen vor den Herausforderungen einer Umbenennung von Produkten und appellieren an die Orientierungshilfe, die bekannte Begriffe bieten.
Einige Verbraucher begrüßen die Idee eines Verbots. Einer Umfrage zufolge favorisiert jeder zweite Deutsche, dass Bezeichnungen wie "Schnitzel" nur für tierische Produkte genutzt werden. In Unternehmenskreisen findet der Vorschlag Unterstützung beim Verband der Fleischwirtschaft, der für eine klare Unterscheidung zwischen Fleischprodukten und pflanzlichen Alternativen plädiert. Bereits 2020 war ein ähnlicher Vorschlag im Europäischen Parlament gescheitert, wohingegen die Regeln für Milchprodukte strenger sind.

