EU-Agenturen unter der Lupe: Solide Finanzen, aber Luft nach oben
Die 43 EU-Agenturen, darunter prominente Einrichtungen wie Frontex und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), haben im Jahr 2024 insgesamt einen guten Stand ihrer Finanzen bewiesen, wie aus dem aktuellen Bericht des EU-Rechnungshofes hervorgeht. Die Rechnungsprüfer weisen jedoch auf bedeutende Schwachstellen hin, die insbesondere den Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe betreffen.
Petri Sarvamaa, Mitglied des EU-Rechnungshofes in Luxemburg, betont, dass trotz der positiven Gesamtbewertung weiterhin Herausforderungen bestehen. Konkret nennen die Prüfer die Vergabe öffentlicher Aufträge als Hauptproblem, das sogar 33 der 43 untersuchten Agenturen betrifft. Häufig mangelt es an Kontrollmechanismen, es wird ohne entsprechende Finanzierungsbeschlüsse agiert oder es werden Ausgaben unzureichend genehmigt.
Bemerkenswert ist, dass alle Agenturen eine korrekte Verwaltung ihrer Einnahmen vorweisen können. Eine Ausnahme bildet jedoch die in der Slowakei ansässige Arbeitsbehörde ELA, die aufgrund eines fehlerhaft vergebenen Vertrags im Jahr 2022 mit einem eingeschränkten Prüfungsurteil konfrontiert ist.
Die mehr als 17.000 Mitarbeiter der Agenturen, verteilt auf 23 EU-Länder, erfüllen vielfältige Aufgaben von technischer, wissenschaftlicher, regulatorischer bis hin zu operativer Natur. Die Gesamtausgaben belaufen sich im Jahr 2024 auf über 5,3 Milliarden Euro, was vier Prozent des EU-Haushalts repräsentiert.

