Eskalation im Nahen Osten: Irans Top-Diplomat zieht rote Linien
Irans Außenminister Abbas Araghtschi zeigt sich besorgt über die jüngsten Militäraktionen der USA gegen iranische Atomanlagen und sieht nur wenig Spielraum für diplomatische Lösungen. In Istanbul äußerte er, dass die USA anscheinend nur die Sprache der Bedrohung und Gewalt verstehen, was die Türen für diplomatische Gespräche momentan erheblich einengt. Dennoch betonte Araghtschi, dass der Iran sein Recht auf Selbstverteidigung in den Mittelpunkt zukünftiger Reaktionen stellen wird, da die diplomatischen Bemühungen aus seiner Sicht von den USA verraten wurden.
In der Nacht zum Sonntag griffen die USA, unterstützt von Israel, in den Konflikt gegen den Iran ein. Wie US-Präsident Donald Trump bekanntgab, wurden dabei mehrere iranische Atomanlagen, inklusive der strategisch bedeutenden und gut geschützten Uran-Anreicherungsanlage Fordo, attackiert. Der Iran untersucht derzeit das Ausmaß der entstandenen Schäden, während die diplomatischen Gespräche ins Stocken geraten sind.
Noch vor Kurzem hatte Araghtschi, unter der Vermittlung des Golfstaates Oman, Gespräche mit den USA über das Atomprogramm geführt. Im Fokus stand wiederholt die umstrittene Frage der Uran-Anreicherung. Die USA drängen auf ein vollständiges Ende dieser Praxis, während die iranische Führung dies als unverrückbare Grenze betrachtet.
Der Vorwurf des iranischen Außenministers an die USA wiegt schwer: Er beschuldigt sie, gegen die UN-Charta, internationales Recht und den Atomwaffensperrvertrag verstoßen zu haben.

