Eskalation der Proteste in Iran: Sorge um Menschenrechte wächst
In den iranischen Metropolen Teheran und Maschhad haben die Straßenproteste den zweiten Tag in Folge für Unruhe gesorgt. Auf sozialen Medien kursierende Videos zeigen Menschenmassen an prominenten Plätzen, wobei die genauen Ausmaße der Demonstrationen noch im Dunkeln liegen. Wegen einer landesweiten Internetsperre sind nur spärlich Informationen nach außen gedrungen, und die Iranerinnen und Iraner sind seit über 24 Stunden weitgehend isoliert.
Ein im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad aufgenommenes Video zeigt große Menschenansammlungen und berichtet von einer Moschee, die in Brand gesetzt wurde. Chaotische Szenen und Feuer auf den Straßen untermalen die dramatische Situation, während Protestierende in anderen Videoabschnitten "Tod dem Diktator" skandieren. Das Zentrum für Menschenrechte im Iran (CHRI) aus New York äußerte seine Besorgnis über den Einsatz staatlicher Gewalt und beruft sich auf Augenzeugenberichte aus überfüllten Krankenhäusern in Teheran, Maschhad und Karadsch.
Ein studentischer Newsletter namens "Amirkabir" beschreibt die angespannte Sicherheitslage. Auf den Hauptstraßen der Hauptstadt sind alle zehn Meter Sicherheitskräfte mit Kalaschnikow-Sturmgewehren postiert. Diese Präsenz lässt die Sorge vor einer möglichen Eskalation der Gewalt wachsen.
Zusätzlich meldete der Bürgermeister von Teheran, Aliresa Sakani, dass bei den nächtlichen Unruhen zahlreiche Banken und staatliche Einrichtungen angezündet wurden. Laut einem Video der Nachrichtenagentur Mehr seien mehr als 30 Moscheen Opfer der Flammen geworden.

