Iran: Ajatollah Chamenei fordert strenge Maßnahmen gegen Proteste
Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat sich erstmals zu den politischen Unruhen der vergangenen Woche geäußert und entschlossene Maßnahmen gegen sogenannte 'Unruhestifter' gefordert. In einer Ansprache im Staatsfernsehen verurteilte Chamenei die Proteste als Teil einer Verschwörung seitens in- und ausländischer Gegenspieler Irans, die es konsequent zu unterbinden gelte. Er betonte, dass die Sorgen der Händler im Basar bezüglich des Wertverlustes der nationalen Währung und der instabilen Devisenkurse durchaus berechtigt seien.
Dennoch müsse vermieden werden, dass zivile Proteste für politische Hetze genutzt würden. Die Proteste gegen die iranische Staatsführung sind mittlerweile im siebten Tag angekommen, mit Ausschreitungen insbesondere im Teheraner Stadtteil Nasi Abad, wie durch Aktivisten und Social Media-Nutzer berichtet wurde. Demonstranten werfen Chamenei vor, das Land mit seiner strikten Politik in eine nie dagewesene wirtschaftliche Misere gestürzt zu haben. Außerdem kritisieren sie die Priorisierung finanzieller Ressourcen für Auseinandersetzungen mit Israel anstelle von Investitionen in die eigene Bevölkerung.
Die Polizei warnt inzwischen vor 'bewaffneten Aufständen' im Zusammenhang mit den Protesten. Ein Sprecher, in einem Interview mit der staatsnahen Nachrichtenagentur Fars, bekräftigte, dass die Sicherheitskräfte gewillt seien, die Ordnung aufrechtzuerhalten und Land sowie Volk bis zum letzten Atemzug zu schützen. Indes dauern die Proteste in anderen Landesteilen an. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete von Demonstrationen unter anderem in Ghom, Marwdascht, Maschhad und Hamedan. Besonders im ländlichen Raum kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, wobei laut Menschenrechtsaktivisten bislang mindestens zehn Personen ums Leben kamen.

