Ethereum-Preisanalyse: ETH erobert $2.000 zurück, aber bärische Tendenzen bleiben bestehen

Zum Ende des ersten Quartals 2026 notiert Ethereum nahe der Marke von $2.100. Der Markt hat seit den Höchstständen Ende 2025 mehr als die Hälfte seines Wertes verloren und kämpft weiterhin mit der Erholung. Angesichts anhaltender makroökonomischer Gegenwinde und einer schwachen Performance der Altcoins steht ETH vor Herausforderungen im neuen Quartal.
Analyse des täglichen Charts
Der abwärtsgerichtete Trendkanal, der die Preisbewegungen von ETH seit Ende 2025 bestimmt, bleibt auf dem Tageschart intakt. Sowohl der 100-Tage-Durchschnitt (ca. $2.400) als auch der 200-Tage-Durchschnitt (ca. $3.000) fallen und liegen deutlich über dem aktuellen Preis. Diese bilden eine komprimierende Widerstandswand, die seit Dezember letzten Jahres jede bedeutende Erholungsbewegung abgelehnt hat.
Die Angebotszone zwischen $2.300 und $2.400 hat sich als besonders hartnäckig erwiesen, da der Preis im März in diese Zone vordrang, jedoch scharf zurückgewiesen wurde. Die Unterstützung bei $1.800 hielt während des Ausverkaufs im Februar stand und bleibt die entscheidende Marke nach unten. Sollten diese $1.800 fallen, wären die nächsten relevanten Unterstützungszonen bei $1.600 und $1.400.
Der RSI hat sich von seinen Tiefstständen im Februar nahe 20 erholt und liegt nun um die Mitte der 40er. Dies deutet auf eine gewisse Stabilisierung hin, jedoch ohne klare Richtungsmomentum.
ETH/USDT 4-Stunden-Chart
Nach dem gescheiterten Ausbruchsversuch in die Widerstandszone von $2.300 bis $2.400 vor einigen Wochen handelt ETH nun in einem kurzfristigen absteigenden Kanal auf dem 4-Stunden-Chart. Der Preis liegt derzeit nahe $2.100, in der Nähe der oberen Grenze dieses Kanals. Jeder Erholungsversuch wird jedoch weiterhin von Verkaufsdruck begleitet.
Der RSI in diesem Zeitrahmen hat sich ebenfalls von den niedrigen 30er-Werten in Richtung der Mitte der 50er erholt. Dies deutet darauf hin, dass der unmittelbare Verkaufsdruck möglicherweise vorübergehend nachlässt. Käufer müssen jedoch die obere Grenze des Kanals durchbrechen und zumindest das jüngste Hoch nahe $2.200 nachhaltig zurückerobern, um die kurzfristige Struktur zu ändern. Andernfalls könnte ein erneuter Test der kritischen Unterstützungszone bei $1.800 realistisch sein.
Stimmungsanalyse
Die Anzahl der aktiven Ethereum-Adressen zeigte während des Crashs im Februar und um die darauffolgenden Tiefststände einen deutlichen Anstieg und übertraf die Niveaus der letzten zwei Jahre. Obwohl ein solcher Aktivitätsschub zunächst konstruktiv erscheinen mag, deutet der Kontext darauf hin, dass es sich eher um ein Kapitulationsereignis handelte, also um einen Ansturm panischer Verkäufe und Liquidationen, anstatt um eine Welle neuer Nachfrage.
Um ein glaubwürdiges bullisches Szenario für ETH zu entwickeln, muss die On-Chain-Aktivität nachhaltig zunehmen und nicht nur in Stressmomenten des Marktes ansteigen. Solange die täglichen aktiven Adressen nicht konsistent steigen und der Preis ebenfalls klettert, unterstützt die Netzwerkdatenlage eher eine vorsichtige als eine optimistische Perspektive.

