Erweiterte Empfehlung: Gürtelrose-Impfung bereits ab 18 Jahren für Risikogruppen
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine bedeutende Entscheidung getroffen: Die Gürtelrose-Impfung wird nun für bestimmte Risikogruppen bereits ab 18 Jahren empfohlen, statt wie bisher ab 50 Jahren. Dieser Beschluss, der nun in Kraft getreten ist, betrifft Menschen mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Niereninsuffizienz, Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen, Asthma, COPD und Immunschwäche.
Unverändert bleibt die Empfehlung des Impfstoffs als Standardimpfung für Menschen ab 60 Jahren. Die Impfung erfolgt zweifach in einem Zeitintervall von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten mit dem Totimpfstoff, was als effektivste Maßnahme gegen das Varizella-Zoster-Virus gilt. Dieses Virus kann im Körper schlummern und im Alter oder bei Immungeschwächten reaktiviert werden, was zu Gürtelrose führt. Dazu gehören oft sehr schmerzhafte Ausschläge und potenziell ernsthafte Langzeitfolgen wie Nervenschäden oder Gesichtsnervenlähmung.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hebt besonders das erhöhte Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei immungeschwächten Personen oder solchen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen hervor, unabhängig vom Alter. Hingegen sehen sie für chronisch Erkrankte im Alter von 18 bis 59 Jahren ohne schwerwiegende Symptome kein signifikant erhöhtes Risiko, weshalb die Empfehlung für diese Gruppe entfällt. Die Wirksamkeit der Impfung wird derzeit auf mindestens zehn Jahre geschätzt.
Interessanterweise bringen aktuelle Forschungen einen weiteren potenziellen Nutzen der Impfung ins Spiel: Eine mögliche Reduzierung des Demenzrisikos, besonders bei Frauen. Diese Erkenntnisse beziehen sich jedoch auf einen in Deutschland nicht mehr verwendeten Impfstoff, wobei Hinweise darauf bestehen, dass der aktuelle Totimpfstoff Shingrix vielleicht sogar einen noch besseren Schutz bieten könnte.

