Erfolgsstory bei Continental: Umsatz und Aktienkurs steigen
Der Reifenhersteller Continental hat im dritten Quartal durch starke Geschäftsergebnisse im Bereich der Winterreifen und profitablerer Unternehmensführung aufmerksam gemacht. Niedrigere Kosten und erhöhte Preise sorgten für einen unerwartet hohen Gewinn des Konzerns, der sogar die eigenen Prognosen im Reifensegment übertraf. Auch die Kunststofftechniksparte, die zum Verkauf steht, erzielte unerwartet hohe Margen. Dank dieser positiven Entwicklungen bestätigte das Management die Jahresziele, was sich in einem starken Anstieg des Aktienkurses am Freitagmorgen widerspiegelte.
Mit einem vorübergehenden Kursplus von über acht Prozent sicherte sich die Continental-Aktie den Spitzenplatz im schwächelnden Dax. Aktuell notiert die Aktie immer noch 7,3 Prozent höher bei 58,64 Euro. Seit Jahresbeginn freuen sich die Aktionäre somit über einen Zuwachs von fast 20 Prozent. Die Zahlen von Continental sind insbesondere bemerkenswert, nachdem der französische Konkurrent Michelin kürzlich eine Gewinnwarnung aussprach.
Die hannoversche Continental hat sich im September durch die Abspaltung der Autosparte Aumovio einen neuen Fokus geschaffen. Im dritten Quartal erzielten die verbleibenden Bereiche – das Reifengeschäft und die Kunststofftechniksparte Contitech – einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro und übertrafen damit die Markterwartungen von 4,9 Milliarden Euro. Auch die Profitabilität überzeugte mit einer operativen Marge von 11,4 Prozent, deutlich über der erwarteten Marge von 9,5 Prozent.
Im Reifengeschäft belief sich der Umsatz auf 3,5 Milliarden Euro im dritten Quartal. Die bereinigte Ebit-Marge stieg sogar auf 14,3 Prozent, wieder über den Markterwartungen. Positiv wirkte sich vor allem der Preis/Mix-Effekt aus, der die negativen Auswirkungen bestimmter Volumen-, Wechselkurs- und Zolleinflüsse kompensierte.
Im zweiten Quartal hatte Continental noch mit den US-Zöllen zu kämpfen, doch eine Reduzierung rückwirkend auf 15 Prozent brachte Erleichterung. Die Hauptwirkung der angekündigten Entlastung wird allerdings erst im Schlussquartal erwartet.
In der Kunststofftechniksparte entsprach der Umsatz von 1,5 Milliarden Euro den Erwartungen, wobei die bereinigte Ebit-Marge mit 6,6 Prozent deutlich darüber lag. Transformationsbedingte Einmaleffekte und strategisch ergriffene Maßnahmen führten hier zu einem herausragenden Ergebnis.
Der Dax-Konzern befindet sich in einem Transformationsprozess hin zu einem reinen Reifenhersteller. Nach der Abspaltung der Autosparte und dem geplanten Verkauf der Kunststoffsparte wird der Weg für eine fokussierte Unternehmensstrategie weiter geebnet.

