Energiewende auf dem Prüfstand: IEA fordert massive Investitionen in Stromnetze
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat angesichts des weltweit steigenden Stromverbrauchs dringendere Investitionen in die elektrische Infrastruktur gefordert. Nach Meinung des IEA-Direktors für Energiemärkte, Keisuke Sadamori, bringen der signifikante Ausbau von erneuerbaren Energien und Kernkraft nachhaltige Veränderungen der Strommärkte in zahlreichen Regionen mit sich.
Mit diesen Veränderungen müsse jedoch auch ein erhöhter Kapitaleinsatz in Netze, Speicherlösungen und weitere Flexibilitätsquellen einhergehen. Diese Maßnahmen seien entscheidend, um die Versorgungssysteme in die Lage zu versetzen, den wachsenden Bedarf sicher und kosteneffizient zu decken. Laut eines Infrastruktur-Reports der Allianz Trade benötigt Europa jährlich zwischen 95 und 130 Milliarden Euro für Investitionen in Stromnetze und Energiespeicherung, speziell um den steigenden Anforderungen durch erneuerbare Energien gerecht zu werden.
Ein bedeutender Teil dieses Bedarfs entfällt auf Deutschland, das als zentrale Schaltstelle im europäischen Strommarkt fungiert und mehr Kapazitäten zur Speicherung benötigt. Der weltweite Stromverbrauch wird laut IEA-Prognosen in diesem Jahr um 3,3 Prozent und 2026 um 3,7 Prozent steigen, was doppelt so hoch ist wie das Wachstum des gesamtenergetischen Bedarfs.
Haupttreiber dieses Trends sind der Betrieb von Fabriken, Rechenzentren und Elektrofahrzeugen sowie die Gebäudekühlung. Erneuerbare Energien werden möglicherweise bis 2025 oder 2026 Kohle als führende Stromquelle ablösen, während die Kernenergieproduktion auf neue Rekordhöhen klettern dürfte. Diese wird vor allem durch die Wiederinbetriebnahme von Reaktoren in Japan und eine starke Produktion in den USA und Frankreich vorangetrieben, zusätzlich zu neuen Kernkraftwerken in Asien.

