Eiszeit in Minneapolis: Trump schickt Hardliner Homan nach Minnesota
In einem neuen Kapitel der amerikanischen Einwanderungspolitik entsendet Präsident Donald Trump den früheren kommissarischen Leiter der US-Einwanderungsbehörde ICE, Tom Homan, nach Minnesota. Diese Maßnahme folgt auf tödliche Schüsse der Behörde auf einen Krankenpfleger in Minneapolis. Trump gab bekannt, dass Homan ab Montagabend vor Ort sei und direkt an ihn berichten werde, wie er auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte, Homan solle die Operationen überwachen, um die strikte Abschiebepolitik fortzuführen.
Trump betonte, dass der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, um Zusammenarbeit gebeten habe, und lobte das Gespräch als konstruktiv. Er habe Homan angewiesen, mit Walz zu kommunizieren, und ein weiteres Treffen sei geplant. Walz, der zuvor bereits die Genauigkeit der staatlichen Daten über Inhaftierte in Frage gestellt hatte, zeigte sich zwar gesprächsbereit, kritisierte jedoch scharf das Vorgehen der US-Regierung in einem Gastbeitrag im "Wall Street Journal". Er beschrieb die gegenwärtige Lage in Minnesota als chaotisch und der amerikanischen Rechtsordnung widersprechend.
Besonders besorgt äußerte sich Walz darüber, dass Trump eher auf Konfrontation als auf Deeskalation setze. Sein Vorwurf, der Präsident würde absichtlich die Lage zuspitzen, um weiterhin Unruhen zu provozieren, bleibt im Raum stehen. Der Vorfall, bei dem Alex Pretti, ein 37-jähriger US-Bürger, von Bundesbeamten getötet wurde, wirft weiterhin einen Schatten auf die politischen Beziehungen zwischen dem Bundesstaat und der Regierung. Die Darstellung der Schüsse als Akt der Selbstverteidigung durch die US-Regierung wird öffentlich angezweifelt.

